Wilhelminenwand und Felsenburg Falkenstein (Böhmische Schweiz)


Erstellt von: Tom - Wanderatlas Redaktion
Streckenlänge: 9 km
Gehzeit o. Pause: 2 Std. 48 Min.
Höhenmeter ca. ↑453m  ↓453m
Kein Wegzeichen hinterlegt

Wir wandern heute zu einigen der schönsten Aussichtsfelsen der Böhmischen Schweiz und lernen auf dem Weg vielleicht auch ein wenig Tschechisch.

Start ist in Jetřichovice, zu Deutsch: Dittersbach und von dort sieht man schon den Mariina skála, den 428m hohen Marienfels, alsdann zur sehenswerten Vilemínina stěna, Wilhelminenwand (auch Schwarze Wand), wir kommen über den Felsen, der nach Großgrundbesitzer und Staatsmann Rudolf Fürst Kinsky (1802-1836) benannt wurde, schließlich erkunden wir die Hrad Falkenštejn (Sokolí), die Felsenburg Falkenstein.

Für die gesamte Wanderrunde durch die Dittersbacher Schweiz gilt: sie ist sehr abwechslungsreich, zu den Aussichten führen Stiegen, entweder in Stein gehauen oder per Leiter, die Aussichtsplätze sind hervorragend gewählt, so dass man einige wundervolle Fotomotive bekommen kann. Wir wandern auf zum Teil urwüchsigen Wegen, mit Wiesen und Wäldern, sehen etliche bizarre Sandsteinfelsen und Geschichte gibt es obendrein.

Start ist am nordöstlichen Ortsrand von Jetřichovice, nahe dem Kiosk unterm Marienfelsen und einer Pension namens Felsenhaus. Wir sind ganz in der Nähe des ehemaligen Kindersanatoriums, das in einem herrschaftlichen Anwesen eingerichtet war und dem Zahn der Zeit zum Nagen zur Verfügung steht.

Schon von hier aus ist der Marienfels zu sehen, mit dem Pavillon obenauf. Ein malerisches Fleckchen. Die Stiegen sind schnell überwunden und von hier oben genießt sich ein herrlicher Blick in die Böhmische Schweiz. Wilhelminenwand, Rudolfstein sind zu sehen, bis zu den Zschirnsteinen der Sächsischen Schweiz kann man schauen.

Nun lockt die Wilhelminenwand. Unterhalb ist Balzers Lager, Balzerovo lezeni, mit einer Inschrift von Goethe, mit der Quintessenz, dass wir alle Lehrlinge sind. Balzers Lager geht auf die Beizjagd und Falknerei zurück.

Der böhmische Staatsmann Rudolf Fürst Kinsky heiratete eine Gräfin Wilhelmine. Kinsky ließ die Dittersbacher Schweiz mit ihrer Felsenwelt zugänglich machen, weshalb ihm der Rudolfstein gewidmet wurde. Unser nächstes Ziel, nachdem wir von der früher genannten Schwarzen Wand einen Blick herüber zum Marienfels geworfen haben.

Der Rudolfstein (Rudolfův kámen, 484m) besteht aus mehreren Felsen. Einer davon heißt Kámen mudcrů = Stein der Weisen. 170 Stufen führen auf das Plateau. Trittsicherheit und Geschick helfen an den kniffligen Stellen. Oben sind eine Schutzhütte und ein weitreichender Blick.

Nach gesamt rund 8,5km sind wir an der Felsenburg Falkenstein (Hrad Falkenštejn), die touristisch erschlossen ist. Die Burg entstand im 13. Jahrhundert, verfiel bereits im 15. und wurde im Zuge der Romantik und durch das Engagement von Wilhelmine im 19. wiederbelebt – das, was übrig war. Erst jüngst wurden die Wege durch das Areal saniert.

Bildnachweis: Von Vlach Pavel [CC BY-SA 4.0] via Wikimedia Commons

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