Wandertour in den Tennenloher Forst (bei Erlangen)


Erstellt von: Tom - Wanderatlas Redaktion
Streckenlänge: 10 km
Gehzeit o. Pause: 2 Std. 14 Min.
Höhenmeter ca. ↑116m  ↓116m
Kein Wegzeichen hinterlegt

Im bayerischen Regierungsbezirk Mittelfranken liegt die Gemarkung Tennenlohe, südlich von Erlangen an der Autobahn A 3 und der Bundesstraße B 4, über die wir hergekommen sind. Start unserer Waldrunde zu den Urwildpferden ist das Walderlebniszentrum Tennenlohe mit dem Bannwald Brucker Lache, das 1964 als erstes Naturschutzgebiet Mittelfrankens ausgewiesen wurde.

Das für Besucher kostenfreie Walderlebniszentrum Tennenlohe ist eines von fünf der bayerischen Forstverwaltung und bietet Einblick in das breite Spektrum von Wald und Forstwirtschaft, Holz und Jagd. Themenhäuser zur Biologie des Waldes, Waldpädagogik auch im Waldlabor, Waldcafé und Waldlabyrinth bieten ebenfalls sinnliche Momente. 

Wir wandern gegen den Uhrzeigersinn, kommen an einer Sportstätte vorbei in Richtung Sebastianstraße und B 4. Dort ist der Tennenloher Skulpturenpfad. Die zeitgenössischen Skulpturen geben Geleit, wenn wir die Verkehrsadern hinter uns lassen und in den Heuweg einbiegen. Dabei überschreiten wir die Naturschutzgebiet-Grenze zum Tennenloher Forst.

Das Naturschutzgebiet Tennenloher Forst hat rund 934ha Fläche im Nürnberger Reichswald. Der hat natürlich eine lange Geschichte, wurde 1935 auf 195ha durch die Reichswehr gerodet, Soldaten der US-Armee tobten auf dem Gelände und als sie weg waren, gab es Platz für eine seltene Tier- und Pflanzenwelt, die sich beispielsweise auf den trockenen Sandflächen der Schießbahn breit machte. Der Tennenloher Forst gehört zu den größten Sandökosystemen Süddeutschlands und steht jetzt unter den pflegenden Gebissen von Schafen und Ziegen.

Über einen Aussichtspunkt kommen wir zu einer weiteren Tierart, den Przewalski-Pferden, einen Silberling demjenigen, der das auf Anhieb richtig ausspricht und schreiben kann. Es handelt sich um ein asiatisches oder auch mongolisches Wildpferd, dort genannt Takhi, ist von eher kleiner bis mittlerer Größe, gemessen an den Pferden, die man so kennt. Es hat eine kurze stehende Mähne, ist hellbraun mit hellerem Bauch und trägt sozusagen schwarze Overknee-Stiefel. Den Namen Przewalski steuerte ein russischer Expeditionsreisender bei, der 1878 sterbliche Überreste des Tieres entdeckte.

Wir schlagen einen waldreichen Bogen durch die Natur, könnten gegen Ende noch den Abstecher ins Labyrinth unternehmen und uns dann dem Ort Tennenlohe zuwenden. In dem ist beispielsweise das Schloss Tennenlohe (Schloßgasse), ein ehemaliger Herrensitz mit Wurzeln im 14. Jahrhundert. Der Sandsteinquaderbau ist heute ein Gasthaus.

Bildnachweis: Von Ismail.Housni [CC BY-SA 4.0] via Wikimedia Commons

Vgwort