Wacholderwald in der Teufelsheide am Faßberg


Erstellt von: Tom - Wanderatlas Redaktion
Streckenlänge: 12 km
Gehzeit o. Pause: 2 Std. 41 Min.
Höhenmeter ca. ↑125m  ↓125m
Kein Wegzeichen hinterlegt

Wenn der Teufel den Schnaps gemacht hat, dann vielleicht im Wachoderwald in der Teufelsheide (die eigentlich Dübelsheide heißt, aber nicht jeder kann norddeutsches Platt). Passenderweise hat er den Brand auch gleich am Faßberg abgefüllt. Wir wandern in der Gemeinde Faßberg zwischen dem 94m hohen Faßberg nördlich, durch abwechslungsreiche Kulturlandschaft mit Feldern, Wald, Wacholder und Heide, streifen die Örtlichkeiten Schmarbeck und Schmarbecker Grube sowie Niederohe im Süden der Runde.

Start ist der Parkplatz Wacholderwald, am Ende der K16, die von Schmarbeck aus in nordöstliche Richtung führt. Hier sind wir gleich im Wacholderpark am Faßberg, durch dessen Bestand wir am Schluss der Runde zurückkehren. Wir wandern gegen den Uhrzeigersinn und gen Süden, kommen über den Bachlauf Schmarbeck nach Schmarbeck, durch das wir eben gefahren sind. Jetzt lassen wir die Felder, Wiesen und Wald langsamer an uns vorbeiziehen.

Um Schmarbeck, im Naturpark Südheide, sind die Heideflächen Dübelsheide und Schlichtenheide zu finden, mit größeren Heideflächen in hügeliger Landschaft. Wir haben öfter die Gelegenheit von den leichten Höhen über die Südheide zu schauen.

Wir erreichen Schmarbeck Grube, bzw. Schmarbecker Grube, wo einst Kieselgur abgebaut wurde. Das ist eine pulverförmige, weißliche Substanz, die aus Schalen fossiler Kieselalgen entsteht. In Norddeutschland stammen diese Bodenschichten aus den Zwischeneiszeiten und wurden in der Lüneburger Heide im Tagebau abgestochen. In den 1990er Jahren war dann Schluss damit. Importe waren mittlerweile günstiger geworden. Kieselgur ist recht universell: Filtermedium, Füllstoff in diversen Baumaterialien, es findet sich in Politur und Reinigungsmitteln und sogar Bettwanzen und anderem Ungeziefer kann man damit den Garaus machen oder es mit Nitro zu Dynamit verarbeiten, wie einst Alfred Nobel.

Alsbald sind wir im Heidschnuckendorf Niederohe, wo einige hübsche typische niedersächsische Häuser und Höfe zu sehen sind. 5,8km sind wir gewandert und machen die Wende gen Norden. Heiden, Weiden, Wald und man könnte einen Abstecher zum Ferienpark am Heidesee machen, um den Heidesee herum verläuft ein Kieselgur-Lehrpfad.

Auf dem weiteren abwechslungsreichen Weg kommen wir über zwei Arme der Schmarbeck und in den Wacholderwald am Faßberg, der als einer der schönsten und größten Wacholderwälder Niedersachsens gilt. 

Gepflegt wird der Wacholderwald durch Heidschnucken und dort wo sie besonders viel fressen, entwickelt sich Borstgrasrasen. Wacholder ist ein immergrünes Zypressengewächs, liebt trockene Böden, Schafe hingegen lieben ihn nicht. Manche Menschen schätzen ihn allerdings, in Genever, Gin, oder Wacholderrahmsoße an Heidschnucken-Keule.

Bildnachweis: Von Puusterke [CC BY-SA] via Wikimedia Commons

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