Von Pfullingen zum Schönbergturm (Schwäbische Alb)


Erstellt von: Tom - Wanderatlas Redaktion
Streckenlänge: 15 km
Gehzeit o. Pause: 4 Std. 11 Min.
Höhenmeter ca. ↑584m  ↓584m
Kein Wegzeichen hinterlegt

Pfullingen am Fuß der Schwäbischen Alb hat als Wahrzeichen eine Onderhos, zu Hochdeutsch: Unterhose. Wenn man es sieht, weiß man was gemeint ist: der Schönbergturm, der weiß und mit zwei langen Beinen südlich von Pfullingen aus der Landschaft auf dem 793m hohen Schönberg am Albtrauf hervorsticht.

Pfullingen an der Echaz zeigt sich mit einigen hübschen Baudenkmälern, denen wir zu Beginn und am Ende der Runde Aufmerksamkeit widmen: das Schlössle, die Baumannsche Mühle, der hübsche Marktplatz mit den zwei Rathäusern, die Martinskirche, die Anlagen des einstigen Klarissenklosters…

Mittendrin ist unser Start und Ziel am Marktplatz. Die Martinskirche geht auf das 7. Jahrhundert zurück. Man fand Bauspuren mehrerer Epochen, karolingisch, frühromanisch und spätgotisch. Die heutige Martinskirche wurde im Stil der Spätgotik 1463 errichtet. Aus dieser Zeit haben sich der Chor und Teile des Turms erhalten. Der Turmaufsatz ist barock und aus dem 18. Jahrhundert.

Die beiden Rathäuser auf dem Marktplatz mit Brunnen stammen aus dem 16. und 17. Jahrhundert. Eines hat einen steinernen Laubengang mit Rundbögen, das andere ziert ein Glockendachreiter, beide eint das gut erhaltene Fachwerk. Gen Süden wandernd kommen wir über den Laiblinsplatz zum Klostersee.

Der Laiblinsplatz wurde zu Ehren des Geheimrats Louis Laiblin (1861-1927) benannt, der Papierfabrikant und Gönner der Stadt war. In der Klosterstraße sind die Pfullinger Hallen, eine Stiftung des Laiblin von 1907, mit zahlreichen großflächigen Wandgemälden. Die Klosterstraße umspannt das Areal um den Klostersee. Wir wandern weiter an die Echaz, ein 23km langer Zufluss zum Neckar, und kommen in den Laiblinspark, den wir durchqueren.

Bei der Höhengaststätte Jahnhaus gehen wir an den Sportstätten vorbei und verlassen die Stadtbebauung hinter uns. Aufwärts zum Schönberg kommen wir an dem Vorderen Sättele (682m) und dem Hinteren Sättele (721m) vorbei, zum 825m hohen und markanten Felsen Wackerstein mit Aussichten, Gipfelkreuz und der Wackersteinhöhle. Der Blick fällt ins Albvorland und auf die Berge des Albnordrands bis hin zum Schwarzwald.

Nächstes Ziel ist die Schönbergwiese mit dem Schönbergturm, den wir über den Wannenweg erreichen. Der Schönbergturm, bei gehisster Flagge ist der Kiosk offen, wurde 1906 eingeweiht. Mit Fundament misst er 28m, 112 Stufen führen auf die Plattform. Die Aussichten sind fantastisch, über das Albvorland, bisweilen zeigt sich der Stuttgarter Fernsehturm, wir blicken zum Schurwald und auf den Albtrauf zwischen Jusi und Roßberg.

Abwechslungsreiche Landschaften begleiten uns nach Pfullingen zurück, wo wir uns dem Klostergarten widmen. Hier steht ein Rest der Klosterkirche, um 1300 von den Klarissen gebaut, mit einzigartigen Fresken. Die Anlage umfasst auch Konvents- und Wirtschaftsgebäude, Fruchtkasten, Zehntscheuer und Mühle. Eine Besonderheit ist das erhaltene Sprechgitter des Klosters, das zwischen Klausurbereich und Besuchern für Abstand sorgte.

Wir folgen der Echaz am Echazbad vorbei und wandern zum Schlosspark mit dem schmucken Schlössle, nicht zu verwechseln mit dem Jagdschloss Pfullingen, das nördlich von hier ist. Das Schlössle ist ein alemannisches Fachwerkhäuschen, um 1450 gebaut, welches auch in der zugehörigen Scheuer das Stadtgeschichtliche Museum beherbergt. Benachbart ist in der einstigen Baumannschen Mühle das Trachten- und Mühlenmuseum mit einer funktionstüchtigen Getreidemühle. Zum Marktplatz ist es jetzt nicht mehr weit.

Bildnachweis: Von Dieter F. Heinlin, CC BY-SA 3.0, Link

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