Vom Teufelsloch durch den Heinersreuther Forst zum Aftergraben


Erstellt von: Tom - Wanderatlas Redaktion
Streckenlänge: 10 km
Gehzeit o. Pause: 2 Std. 24 Min.
Höhenmeter ca. ↑204m  ↓204m
Kein Wegzeichen hinterlegt

Als Reise in die Erdgeschichte gelten die Wege durch die beiden Sandsteinschluchten Teufelsloch und Aftergraben östlich von Neustädtlein am Forst. Wir sehen auf unserer Tour Wald, Fels und das Nordseebecken – vielmehr dessen 200 Mio. Jahre alte Spuren in Form der Sandablagerungen, aus denen Bäche die Schluchten schnitten.

Start in die Erdkunde ist am Wanderparkplatz Teufelsloch bei der Brücke über den Dühlbach, rund 2km nördlich von Oberwaiz. Wir sind im Heinersreuther Forst unterwegs. Das Teufelsloch wurde durch sein wildromantisches Flair schon im 19. Jahrhundert zu einem beliebten Ausflugsziel.

Laut Cosimas Tagebuch war Richard Wagner bereits am Teufelsloch. Cosima (1837-1930) war die zweite Frau von Richard Wagner (1813-1883), der eine Weile in einem Hotel in Donndorf, einem Ortsteil von Eckersdorf, nahe dem Schloss Fantaisie, weilte. Das Teufelsloch ist seit 1941 Naturschutzgebiet. Wir sind fasziniert von den Wasserläufen, den austretenden Quellen und der sich hier wohlfühlenden Flora, die besonders im Frühjahr mit beispielsweise Buschwindröschen und Sumpfdotterblumen begeistert.

Nach rund 2,7km, die uns in tiefere Lagen geführt haben, queren wir erneut den Dühlbach, der bei Heinersreuth-Unterwaiz, nordöstlich von hier, dem Roten Main zufließt. Dann geht es erstmal wieder aufwärts und wir kommen zum Geotop des ehemaligen Steinbruch Kühloch. Der Rhätsandstein war ein begehrter Baustoff. Aus ihm wurde beispielsweise das Bayreuther Opernhaus und das Schloss Fantaisie errichtet.

Dann geht es zum Gasthaus und Biergarten Waldhütte, wo schon der Komponist Wagner eingekehrt sein soll, auch der Dichter Jean Paul soll hier Gast gewesen sein. Die Waldhütte ist nach aufwändiger Sanierung 2016 wiedereröffnet worden. Sie war einst Forsthaus und ihre Bausubstanz geht auf das 19. Jahrhundert zurück.

Weiter durch den Heinersreuther Forst gehen wir in Richtung Neustädtlein am Forst und treffen auf den Zigeunergraben, sodann auf den Weg Aftergraben, in den wir nach links einbiegen. Der Schluchtenwald am Aftergraben ist ein geschütztes Naturdenkmal. Man kann auch einen kleinen Wasserfall am Aftergraben finden.

Jetzt geht es zum Lettenwinkel am Rande eines aufgelassenen Steinbruchs, mit Teufelsgesicht im Gestein, den wir nach gesamt etwa 9km erreichen. Hier verewigten sich Osteuropäer, auch aus Lettland, die sich während einer Übung der US-Armee 1949 im Fels verewigten und Bezug zum Teufelsloch nahmen. Zum Ausgangsort sind es jetzt nur noch rund 900m.

Bildnachweis: Von Benreis [CC BY-SA 4.0] via Wikimedia Commons

Vgwort