Vom Großen Dreiherrenstein zum Finsteren Loch


Erstellt von: Tom - Wanderatlas Redaktion
Streckenlänge: 14 km
Gehzeit o. Pause: 3 Std. 45 Min.
Höhenmeter ca. ↑437m  ↓437m
Kein Wegzeichen hinterlegt

So ziemlich in der Mitte des Rennsteigs im Thüringer Wald liegt der Große Dreiherrenstein, ein Kreuzungspunkt historischer Handelsrouten und heute ein beliebter Wanderparkplatz inkl. Imbiss. Nur 500m südöstlich erhebt sich ein Berg, der Großer Dreiherrnstein (ohne „e“) schreibt.

Wir starten an der beliebten Wanderwegekreuzung, mit dem namensgebenden Grenzstein, an der L 1141. Die drei Herrschaften von einst sind die Grafen von Henneberg (Königreich Preußen), das Herzogtum Sachsen-Eisenach und das Fürstentum Schwarzburg-Sondershausen. Heute treffen sich hier am Großen Dreiherrenstein gleich fünf Gemarkungsgrenzen nämlich von Langewiesen, Neustadt am Rennsteig, Schleusegrund, Frauenwald und Stützerbach.

Wir beginnen auf rund 820m und wandern die ersten gut 3km bis auf rund 612m hinab und zwar in nördliche Richtung auf dem Weg Marktal. Ein Bachlauf begleitet uns. Das Naturschutzgebiet Marktal und Morast umfasst insgesamt rund 427ha und ist Teil des Biosphärenreservats Thüringer Wald. Geschützt sind die montanen Mischwälder mit Hainsimsen und Buchenwald beispielsweise sowie verschiedene Moose im Marktal, Marder und Molche, Habicht und Hermelin … man könnte noch viele aufzählen.

Es geht um den Kleinen Helmsberg (744m) und zum Knöpfelstaler Teich im Tal der Schorte, wo zum Beispiel auch ein Goethewanderweg vorbei führt. Der Dichter war nämlich auch schon da, auf der Jagd, was er im Gedicht Ilmenau hat einfließen lassen, genauer, das Finstere Loch. Da kommen wir auch hin. Das ist jetzt nicht endgültig gemeint, sondern geologisch.

Wir wandern aufwärts und kommen zum kleinen Wasserfall Finsteres Loch, wo die Jagdgesellschaft einst lagerte. Das Gelände trägt den Namen, weil es eine dicht bewaldete Felsenschlucht ist. 1783 kam das Gedicht dazu in die Runde, anlässlich des Geburtstags von Herzog Carl August von Sachsen-Weimar.

Wir wandern durch die Auenlandschaft mit Bach, den wir mehrmals kreuzen, entdecken den Breitengrunder Teich und kommen zum Ursprung des Nasses, der Helenenquelle. Nach etwa 7,5km haben wir die Nordschleife unserer Halbtagewanderung gemacht, kommen nahe des Dreiherrensteins vorbei und gehen in die Südschleife auf dem Rennsteig nach Allzunah.

Am Großen Hundskopf (824m) wurde die Erde sichtlich aufgewühlt, man sieht es. Dann geht es durch Allzunah, einem Ortsteil von Ilmenau. Allzunah geht auf eine Glashütte zurück, die Franzenhütte. Die benachbarte Stützerbacher Glashütte fand, dass die Franzenhütte allzunah an ihrer läge, so kam die Hütte und dann das Dorf zum Namen. Wir wandern ins Tal der Bösen Schleuse, gehen ihrer Quelle entgegen und kommen zum Großen Dreiherrenstein zurück.

Bildnachweis: Von Andysw [CC BY-SA 3.0] via Wikimedia Commons

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