Trier-Zewen

Zewen ist der westlichste Stadtteil von Trier. Von Zewen sind es nur noch rund 8km bis hinüber nach Luxemburg. Der mehrgeschossige Zewener Turm ist ein Bruchsandsteinbau und das älteste Gebäude Zewens. Die Geschichte des einstigen Zollturms geht ins 11. Jahrhundert zurück. Das quadratische Turmhaus war durch einen Graben gesichert, der zum Teil noch erkennbar ist. Nach einigen Besitzerwechseln, An- und Umbauten, kümmert man sich nun um den Erhalt des früheren Antlitzes.

Einfach sind Erhaltungsmaßnahmen über so eine lange Zeitspanne nämlich nicht. Außer kriegerischer Auseinandersetzungen, spielen die Kräfte der Natur eine wichtige Rolle. So war ein Teil Zewens durch das Mühlental geprägt, wo einst etliche Wassermühlen die Kraft des Zewener Bach nutzten, der jedoch immer weniger Nass führte, so dass heute nur noch die Tresselsmühle in der Kordelstraße existiert, als Wohnhaus.

Mit Alt mach Neu, könnte man sagen bei der Erbauung der katholischen Pfarrkirche St. Martinus. Der im Stile der Nachkriegsarchitektur gehaltene Bau mit frei stehendem Turm (1986) beinhaltet Ausstattungsstücke von Vorgängerkirchen, wie einige Figuren, die Kreuzigungsgruppe oder der Taufstein mit Palmettenrelief.

Auch die Waldkapelle am Ortsausgang Richtung Herresthal ist noch recht jung und beinhaltet eine Marienstatue aus der alten Kapelle, genannt Zewener Dom, die wurde nämlich abgerissen gegen die Verpflichtung, eine andere Kapelle zu bauen. Die Waldkapelle wird gerne von Einheimischen und Wanderern aufgesucht. Wirklich alt sind einige der sieben Wegekreuze, die durch den Ort führen und im 17. Jahrhundert ihren Ursprung haben.

Wie Zewen hat auch die Ortslage Oberkirch einen Turm, in dem Zölle entrichtet wurden. Der viergeschossige Oberkircher Turm, erbaut im 13. Jahrhundert, versteckt sich heute hinter einer Renovierung, wird bewohnt und steht gegenüber der St. Michaelis Kapelle. Die Kapelle wurde 1768 erbaut und trägt keck ein achtseitiges Türmchen mit Haube auf dem Dach. Von Oberkirch aus ist es nur ein Katzensprung bis ins Naturschutzgebiet Kiesgrube.

An Zewens westlicher Grenze verlief zu Zeiten des Zweiten Weltkriegs der Westwall. Dem Wanderer durch die Wälder werden Bunkerreste vielleicht auffallen. Der Westwall begrenzte die Westgrenze des Deutschen Reiches, von den Niederlanden bis nach Frankreich. Die 630km lange Verteidigungslinie mit über 18.000 Bunkern wurde bei den Alliierten auch Siegfried-Linie genannt. Einige der Bunker bei Zewen waren bis in die 1990er Jahre noch vorhanden und begehbar, wurden aber nach und nach gesprengt, den Rest besorgt Verwitterung.

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