Strohn


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Strohn liegt südlich des Pulvermaars an der Straße nach Oberscheidweiler. Durch Strohn fließt der noch junge Alfbach und bildet südlich des Orts ein Durchbruchstal mit steil und tief abfallenden Felswänden, das übersät ist mit Lava- und Basaltbrocken. Diesen malerischen Teil des Alfbachtals nennt man daher auch pittoresk die Strohner Schweiz. Die Strohner Schweiz entdecken kann man z.B. auf dem Vulkanerlebnispfad Strohn (5km).

Auf halbem Weg zum Pulvermaar in nördlicher Richtung passiert man das verlandete, mit einer bis zu 10m dicken Torfschicht bedeckte Strohner Märchen (als Verniedlichungsform von Maar, also Märchen im Sinne eines kleines Maares). Die besonderen Lebensraumbedingungen am Strohner Märchen sorgen für einen großen Pflanzenreichtum mit vielen Arten.

In Strohn selbst lagert nicht etwa der Nierenstein eines Riesen. Der mordsmäßig dicke graue Klumpen ist die 120 Tonnen schwere Strohner Lavabombe mit einem Durchmesser von 5m. Lavabomben heißen eigentlich die Lavafetzen, die auch durch die Luft geflogen sind. Das war bei dieser hier nicht der Fall. Die Kugel entstand durch das Zurückrutschen einer Kraterwand in den Schlot, wobei, ähnlich wie bei einem Schneeball, sich Lavafetzen anhafteten und in mehreren Vorgängen, den Lavaball schufen. Der löste sich bei Steinbruch-Sprengungen und wurde in den Ort transportiert.

Ein überregional besonderer Stolz von Strohn ist das Vulkanhaus. Im interaktiven Museum kann der Vulkanismus der Eifel auch mittels Experimenten erlebt werden. Sehenswert ist die 6x4m große Lavaspaltenwand, die 12.000 Lenze zählt und durch die blauschimmernden Eisenoxidkristalle fasziniert. Fühlen, Riechen, Erzittern und Schmecken (Lavabomben mit Sahne) ist im Vulkanhaus erwünscht. Vor der Tür des Gebäudes, ein denkmalgeschütztes Quereinhaus, wurde ein kleiner Erdzeitgarten mit Wasserlauf angelegt. Da geht es mal rasch in einigen Schritten durch Jahrmillionen.

Der Turm der katholischen Pfarrkirche St. Johannes der Täufer stammt aus dem Jahr 1760, der Chor ist aus dem Jahr 1867 und die Halle wurde 1909 errichtet. Das Heiligenhäuschen an der Ecke Kastanienweg wird auch auf die Zeit des späten 18. Jahrhunderts datiert.


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