Stockstadt am Main

Stockstadt am Main ist eine Marktgemeinde, die an der Mündung der Gersprenz in den Main liegt. Einst prägten Land- und Forstwirtschaft Stockstadt, bis zur Gründung einer Zellstoff-Fabrik im Jahr 1898. Seit 2008 gehört die Papierfabrik zur globalen Gesellschaft Sappi Limited.

Im ersten Jahrhundert unserer Zeitrechnung gab es wohl auch ein Kastell in Stockstadt, das in der Zeit des Obergermanisch-Raetischen Limes, einem 550km langen Abschnitt der Grenze der Römer, bis zum Limesfall bedeutsam war. Das Kastell Stockstadt gab es bis um 260 und war um 3,25ha groß. Das Kastell lag nahe dem Main und auf das Bodendenkmal weist eine Schautafel hin.

Das alte Stockstadt liegt eingefasst von Main und Gersprenz. Hier reihen sich hübsch die Fachwerkhäuschen, meist giebelständig, an die Hauptstraße. Das geschützte Ensemble erstreckt sich etwa vom Rathaus aus bis zur Gersprenzbrücke und umfasst die Hausnummern 30 bis 53.

Gleich am Beginn fällt die katholische Pfarrkirche St. Leonhard ins Auge. Sie hat ein gotisches Turmuntergeschoss aus dem 15. Jahrhundert und wurde 1773 als Saalbau errichtet. Benachbart ist ein zweigeschossiges Fachwerkhaus mit einem Satteldach mit Gauben. Es wurde 1686 erbaut.

Weitere Hofanlagen und Häuser, im Untergeschoss oft massiv und obenauf Fachwerk, schmiegen sich an die Hauptstraße. Sie sind aus dem 17. und 18. Jahrhundert, darunter ist auch ein lang gestrecktes Gasthaus. Auffällig und mit der Hausnummer 53 ist das ehemalige kurmainzische Hauptzollhaus. Es besteht aus einem Wohnhaus und einem Ökonomiegebäude, die durch eine Bruchsteinmauer verbunden sind. Der kleine Vorbau war die Zolleinnahmestelle.

An der Ecke Hauptstraße/Alter Stadtweg stand die St. Anna Kapelle aus dem Jahr 1458, die wurde allerdings abgerissen. Nach altem Vorbild wurde aber 2008 wieder eine neue St. Anna Kapelle errichtet, westlich der B 469 mit einem Platz drum herum, der zur Ruhe einlädt.