St. Pankratiuskirche Iserlohn

In der Iserlohner Stadtmitte gibt es gleich mehrere Kirchen, die einen Besuch absolut lohnen. Sowohl was ihre vielfältige Architektur angeht, als auch in Bezug auf die teilweise einzigartige Innenausstattung.

Die Pankratiuskirche, auch Bauernkirche genannt, ist die älteste Kirche in Iserlohn und auch ganz allgemein das älteste erhaltene Gebäude in der Stadt. Die romanische Pfeilerbasilika mit dem kreuzförmigen Grundriss ist aus Bruchstein gemauert und stammt im Kern aus der Zeit um das Jahr 1000. Der Chor und die Fenster sind deutlich jünger, sie stammen aus der Spätgotik und entstanden in der Mitte des 14. Jahrhunderts. Ein ehemals vorhandenes südliches Seitenschiff war 1840 abgerissen worden, und auch das nördliche entspricht nicht mehr dem Originalzustand.

Im Inneren der Iserlohner Pankratiuskirche ziehen der spätgotische geschnitzte Altarschrein und die geschnitzte Barockkanzel aus dem Jahr 1749 die Blicke auf sich. Bis 1526 war das Gotteshaus Pfarrkirche der Stadt Iserlohn. Seit der Reformation wird es von der evangelischen Kirchengemeinde genutzt. Übrigens: Nicht nur die älteste Kirche der Stadt, auch die älteste Glocke ist dem heiligen Pankratius gewidmet. Sie schlägt allerdings nicht im Turm der Pankratiuskirche, sondern in der evangelischen Brunnenkirche im Stadtteil Lössel.

Nur wenige Schritte oberhalb der St. Pankratiuskirche befindet sich die ebenfalls evangelische Marienkirche, auch Oberste Stadtkirche genannt. Die zweischiffige gotische Hallenkirche entstand um 1350. Eine Seitenkapelle, die der heiligen Anna geweiht war, wurde um 1400 hinzugefügt. Der wuchtige Turm stammt von einem Vorgängerbau, ihn krönt der charakteristische Doppelhelm. Im Verlauf der Jahrhunderte nahm man immer wieder Umbauten und Ergänzungen an dem Bauwerk vor, weswegen es heute architektonisch uneinheitlich wirkt. Da trägt ein romanisches Portal ein gotisches Tympanon, und die Giebelrosette an der Nordwand ist gotisierend.

Doch der interessanteste Teil befindet sich sowieso im Inneren der Obersten Stadtkirche. Hier steht ein prächtiger Schnitzaltar aus Flandern, der um das Jahr 1400 entstanden sein muss. Er zeigt eine zentrale Kreuzigungsgruppe und seitlich 18 Figuren von Aposteln und Heiligen. Die Tafelgemälde mit Szenen aus dem Leben Marias waren ursprünglich ebenfalls Teil des Altars, sie schmückten die Rückseiten der Altarflügel.

Damit man die Mitte des 15. Jahrhunderts geschaffenen Gemälde besser sehen kann, wurden sie inzwischen am Chorgestühl angebracht. Die in Ansätzen erkennbare perspektivische Darstellung auf den Gemälden zeigt den Einfluss italienischer Renaissance. Die Oberste Stadtkirche ist die größte evangelische Kirche Iserlohns und gilt als Wahrzeichen der Stadt.

Die heutige katholische Pfarrkirche St. Aloysius entstand erst 1891-94. St. Aloysius beeindruckt durch ihre gewaltigen Ausmaße. Die dreischiffige Kirche in neuromanischem Baustil ist nach der Christuskirche in Lüdenscheid die zweitgrößte im Märkischen Kreis. Mit ihrer gewaltigen Doppelturmfassade orientiert sich die St. Aloysius Kirche am rheinischen Stil, was nicht von ungefähr kommt. Als im 17. und 18. Jahrhundert dringend Arbeitskräfte für die aufstrebende Industrie gebraucht wurden, kamen diese häufig aus dem Rheinland und aus dem Aachener Raum. Im Gegensatz zur einheimischen Bevölkerung waren sie überwiegend katholisch, und bald schon benötigte die wachsende Gemeinde ein eigenes Gotteshaus, das ihnen 1745 auch von Friedrich dem Großen zugestanden wurde.