Singhofen

Singhofen liegt auf der Wasserscheide zwischen den Tälern von Mühlbach und Dörsbach, neben der Aar den größten vom Taunus kommenden Zuflüssen der Lahn. Die wildromantischen und schluchtenreichen Täler, die Dörsbach und Mühlbach in den Hintertaunus gegraben haben und in denen heute noch einige Eisvögel und Steinkauze jagen, prägen die Landschaft rund um Singhofen. Der ursprüngliche Name des Ortes, Senghuben (= Höfe der Brandrodung), lässt darauf schließen, wie waldreich das Gebiet ursprünglich gewesen sein muss.

Singhofen blickt auf eine lange Geschichte zurück. Das Hügelgräberfeld Wildstruth wurde zwischen 800 und 500 v.Chr. genutzt. Zeitlich später wurde die Alteburg angelegt, eine befestigte Siedlungsstätte westlich von Singhofen hoch über dem Mühlbachtal. Feuerstellen und Scherbenfunde, die 1905 ausgegraben wurden, sind Zeugen dieser Zeit. Die Alteburg ist heute ein geschütztes Kulturdenkmal.

In einer Schenkungsurkunde anlässlich der Gründung des Klosters Arnstein aus dem Jahr 1139 wurde Singhofen erstmals urkundlich erwähnt. 1839 wurde der Grundstein für die evangelische Kirche des Dorfes gelegt, die bereits im Jahr darauf bei einem Gottesdienst mit 2.000 Besuchern eingeweiht werden konnte. Diese Kirche wird im Volksmund auch Einrichdom genannt, in Anspielung auf die alten Einrichgauen und auf den gleichnamigen Taunus-Höhenzug.

Neben der Kirche am Marktplatz von Singhofen fällt die alte Apotheke auf, deren Fachwerkbalken blau gestrichen sind. Gegenüber liegt die 1995 eröffnete Heimatstube Singhofen, die die Ortsgeschichte von Singhofen dokumentiert.

Für Wanderer gibt es rund um Singhofen noch mehr zu entdecken: Im Süden des Dorfes ragt ein stählernes Windrad von 1907 empor, auch Wendleps genannt, das 1987 zum Industriedenkmal erklärt wurde und neben der Alteburg Wahrzeichen von Singhofen ist. An beiden Bächen rund um den Ort finden sich alte Fachwerk-Mühlen aus dem 19. Jahrhundert.

Wer an Singhofen vorbeiwandert, plant gleich einen Abstecher in die stillgelegte Kiesgrube Einsiedel mit ein, einem 10ha großen Naturschutzgebiet. Hier liegt auch der geschützte Singhofer Weiher, eine ehemalige Auskiesungsfläche, die sich ganz natürlich mit Wasser gefüllt hat. In diesem Feuchtgebiet leben und brüten bedrohte Vögel, Amphibien und Libellen, wie Feldlerche und Fadenmolch.