Siesel

Ganz im Osten des Plettenberger Stadtgebiets, kurz vor der Grenze zum Kreis Olpe, zieht die Lenne eine kräftige Schleife. In das enge Tal zwängen sich mehrere Plettenberger Stadtteile eng ans Flussufer, darunter Siesel.

1301 entstand hier oberhalb der Lenneschleife die Burg Schwarzenberg. Die Grafen von der Mark erbauten sie als Grenzfestung gegen Kurköln. Heute sind von der Burg nur noch einige Mauerreste zu sehen. Diese Trümmer vermitteln aber dennoch einen Eindruck davon, wie groß und wehrhaft die Burg einst gewesen sein muss.

Der älteste Teil war der wuchtige, quadratische Bergfried. Mit seinen 13x13m Grundfläche war er einst einer der größten seiner Art in Westfalen. Bis 1353 hatte sich die Anlage zu einem beeindruckenden Gebäudekomplex ausgewachsen, und während der Renaissancezeit wurde sie erneut erweitert. Allerdings muss sie schon 1661 in schlechtem Zustand gewesen sein, und in der Folge verfiel die Burg zusehends. Durch ihre idyllische Lage mitten im Wald gibt die Ruine aber bis heute ein lohnendes Ausflugsziel ab.

Deutlich jüngeren Datums sind der Sieseler Tunnel und die sehenswerte Sieseler Bahnbrücke über die Lenne. Die zweigleisige Brücke ist im Stil der Neurenaissance aus schweren Steinquadern gemauert und dient den Zügen auf der Ruhr-Sieg-Strecke als Übergang über den Fluss.

Ein wenig weiter flussabwärts führt der Sieseler Tunnel unter der Bergnase hindurch, um die sich die Lenne hier in malerischer Schleife windet. Das Tunnelportal ist ein typisches Beispiel für den Baustil in wilhelminischer Zeit: schlicht, aber repräsentativ. Es entstand 1914. Oben auf eben dieser Felsnase befindet sich die Felsengruppe Engelbertsstuhl, von wo aus man einen sehr schönen Ausblick auf Plettenberg hat.

Am Ufer der Lenne bei Siesel finden sich übrigens auch noch die Überreste einer zweiten Burg. Bomgaden hieß die kleine Anlage, die vermutlich aus einem Burghaus bestand, das auf einem künstlich aufgeschütteten Hügel errichtet worden und durch einen Wall und einen Graben gesichert war. Heute ist von der Anlage, die irgendwann vor 1346 entstanden sein muss, nur noch ein rund 13m langer Mauerrest zu sehen.

Auch die Lenne selbst ist an dieser Stelle einen Besuch wert. Zwei Altarme sind hier durch den Bahndamm abgetrennt vom Hauptstrom, die Verbindung ist nur noch indirekt vorhanden. Sie sind auf einer Fläche von rund 39ha als Naturschutzgebiet Lennealtarm Siesel ausgewiesen, denn sie sind die letzten Fluss-Altarme dieser Art an der Lenne. Typisch sind die Hainsimsen-Buchenwälder, die sich hier auf natürliche Weise entwickeln können. Auch viel Totholz ist vorhanden, das in seinen verschiedenen Stadien der Verrottung den unterschiedlichsten Arten einen Lebensraum bietet. Und mit ein wenig Glück kann man sogar einen Grauspecht oder einen Eisvogel beobachten.