Seilerwald

Iserlohn ist rundum von Waldgebieten umgeben. Das im Nordosten nennt sich Seilerwald und eignet sich ganz hervorragend als Naherholungsgebiet. Schließlich gibt es hier nicht nur Bäume, sondern auch zahlreiche Wanderwege quer durch den Wald bis auf eine Höhe von rund 338m ü. NN. Und natürlich den Seilersee, der amtlich eigentlich Callerbach-Talsperre heißt.

Doch erst geht’s hinauf auf die Seilerkuppe (338m), die von einem Bismarckturm gekrönt ist. Türme dieser Art waren im wilhelminischen Kaiserreich eine regelrechte Mode. Sie entstanden im ganzen Land in großer Zahl, um den deutschen Reichskanzler Fürst Otto von Bismarck zu ehren.

Der Iserlohner Bismarckturm entstand als einer der letzten in dieser Tradition, nach Plänen des Architekten August Deucker. 14,5m hoch und am Fuß 7,5x7,5m im Quadrat groß ist der pylonartige Turm mit seinen massiven Bruchsteinmauern. Die Bekrönung ruht auf Rundpfeilern. Eine Feuerschale für Gedenkfeuer ist ebenfalls vorhanden, man nutzte sie zum Beispiel bei der 75-Jahr-Feier im Jahr 1990. Eingeweiht wurde der Turm im Frühjahr 1915. Zu besonderen Anlässen oder nach Voranmeldung kann man auch den Rundblick von oben genießen, nachdem man die insgesamt 57 Stufen erklommen hat.

Dabei kann man zum Beispiel hinunter zum Seilersee schauen, der südwestlich des Turms am Übergang vom Stadtgebiet zur Waldfläche liegt. Eigentlich heißt der See ja Callerbach-Talsperre, denn die rund 10m hohe Staumauer macht aus dem kleinen Caller Bach einen See mit 13ha Wasserfläche und 350.000 Kubikmetern Inhalt. Entstanden ist der See kurz vor dem Bismarckturm, 1914 war die Staumauer nach einjähriger Bauphase fertiggestellt worden. Damals diente der See unter anderem der Regulierung der Wasserzufuhr für ein Klärwerk.

Dieses ist heute nicht mehr vorhanden, so dass der See vor allem einen hohen Freizeitwert hat. Um den See herum führt ein bequemer Spazierweg, es gibt Ruder- und Tretboote sowie allerlei Sportmöglichkeiten am Ufer, von der Minigolfanlage über eine Boulebahn bis hin zur Halfpipe. Am kleinen See, unterhalb des Staudamms, befindet sich eine Vogelvoliere. Dieser Bereich ist auch Treffpunkt von Schiffsmodellbauern.

Früher diente in kalten Wintern der Seilersee selbst als Eislauffläche. Heute übernimmt diese Aufgabe die benachbarte Eissporthalle, in der auch die Profis der Iserlohn Roosters trainieren und ihre Eishockeyspiele austragen.

Wer Wasser lieber flüssig mag, aber nicht im See baden möchte, dem bietet das SeilerSeeBad vielfältige Möglichkeiten, entspannt oder sportlich ein paar Bahnen zu ziehen oder die vom Wandern müden Muskeln in der Sauna aufzulockern.

Wer die Möglichkeit hat, zu Ostern nach Iserlohn zu kommen, sollte das auf jeden Fall einmal tun. Denn dann wird auf einem Parkplatz nördlich des Fußballplatzes, der sich ebenfalls hier am Seilersee befindet, die Oster-Kirmes Iserlohn veranstaltet. Start ist traditionell der Ostersamstag und dann geht es eine gute Woche rund mit Fahrgeschäften, Familientag und was alles dazu gehört. Einer der Höhepunkte ist der Seilersee in Flammen: das große Feuerwerk, das zu den größten Pyro-Veranstaltungen in Nordrhein-Westfalen zählt.

Nur einen Steinwurf Richtung Westen entfernt befindet sich in der Immermannstraße ein spannendes Museum, das Hemberg-Museum für Naturkunde und Archäologie. Es handelt sich dabei um ein Projekt des Märkischen Gymnasiums und ist entsprechend auch in der Schule untergebracht. Sehenswert sind die umfangreiche Fossiliensammlung und ausgewählte Funde von der Altsteinzeit bis in die Neuzeit. Es finden regelmäßig öffentliche Führungen durch die Sammlung statt.