Sehl (Cochem)

Der Cochemer Stadtteil Sehl mit seinen rund 1.200 Einwohnern liegt von Cochem aus ein paar Kilometer flussaufwärts ans Ufer geschmiegt. Nach Süden erhebt sich der Reckersberg (316m). Sehl, das von Tourismus und Weinbau geprägt ist, war bis 1932 eigenständig. Auf der gegenüberliegenden Moselseite liegt der Cochemer Stadtteil Cond mit der historischen Senfmühle von 1810 als Ausflugsziel.

Sehr hübsch anzusehen in Sehl ist der Sehler Dom, die Kirche St. Antonius Abbas. Im ausgehenden15. Jahrhundert gab es die Genehmigung zum Kapellenbau. Ermöglicht wurde sie durch Ablässe. Von der Kapelle erhalten ist der Chor. Er wurde 1915 um ein Westportal erweitert. Im Türmchen läutet eine Glocke, die 1441 gegossen wurde.

Sehl hat vermutlich in der Ellerer Straße eines der ältesten Fachwerkhäuser an der Mosel. Es wurde mittels einer Baumanalyse auf die Entstehung im Jahr 1374 bestimmt. Das hübsche hohe und bucklig wirkende Fachwerkhaus steht auf einem Moselschiefersockel. Die Dachkonstruktion ist jünger.

An der Mosel und der Bundesstraße B 49 liegt ein eindrucksvolles Gebäudeensemble in Richtung Ebernach: das Kloster Ebernach. Die Propstei wurde von den Benediktinern gegründet, mit Erwähnung im Jahr 1130. Seit 1887 beleben und beseelen die Franziskanerbrüder vom Heiligen Kreuz die Gebäude und Liegenschaften. Für die Glaubensbrüder steht der Mensch im Mittelpunkt. Dabei richtet sich ihre Energie im Kloster Ebernach auf Benachteiligte, die körperliche oder psychische Einschränkungen haben. Fast 300 Menschen wohnen in der Einrichtung. Ein Stab von Aktiven begleitet sie und setzt beispielsweise auch Kunstprojekte um.

Auf dem Gelände des Klosters Ebernach ist die Kapelle Mariae Himmelfahrt zu entdecken und ein spätgotischer Chor am Neubau, der aus dem Jahr um 1437 stammt. Die Propstei ist ein siebenachsiger Bau mit Mansarddach und wird auf 1751 datiert. Das als Krankenhaus bezeichnete Gebäude besteht aus Bruchstein und wird dem Jahr 1882 zugeschrieben. Das Kloster wuchs sicher mit seinen Aufgaben und wurde nach und nach seinem heutigen Bedarf angepasst, behutsam.

Dem Kloster angeschlossen ist auch ein Weingut, der als kleiner Betrieb geführt wird und in dem die dort lebenden Menschen arbeiten und woran sie teilhaben. Hier gibt es Dornfelder- und Rieslingweine, Brände und Obstliköre. Die Reben wachsen auf 5ha Fläche, ökologisch orientiert angebaut und werden mit viel Handarbeit gehegt, gepflegt und geerntet.

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