Saurier-Erlebnispfad im Geopark Thüringen Inselsberg – Drei Gleichen


Erstellt von: Rudi - Wanderatlas Redaktion
Streckenlänge: 9 km
Gehzeit o. Pause: 2 Std. 5 Min.
Höhenmeter ca. ↑178m  ↓178m
Kein Wegzeichen hinterlegt

Eintauchen in die Erdgeschichte Thüringens kann man auf der Geo-Route 6, zwischen Georgenthal und der Saurierfundstätte Bromacker bei Lohmühle, nördlich von Tambach-Dietharz, im Tal der Apfelstädt. Durch die Apfelstädtaue bei Georgenthal verläuft eine weitere Runde im Herzen des Thüringer Geoparks Inselberg-Drei Gleichen. 500 Mio. Jahre liegen vor uns. Dabei treffen wir auf 20 Saurierfiguren in Lebensgröße und Informationstafeln.

Nur bis ins 12. Jahrhundert reicht die Gründung des Zisterzienserklosters im Georgenthal. Da starten wir, beim Schlossplatz an der Apfelstädt. Die 34km lange Apfelstädt hat ihre Quelle in der Stockwiese (Tambach-Dietharz) und mündet bei Molsdorf in die Gera. 56 Mühlen waren einst aktiv.

Ob jetzt oder am Schluss der Runde, lohnt eine Erkundung der Klosterruine: Man sieht Grundmauern der einstigen Anlage sowie das erhaltene Kornhaus mit Maßwerksrose im Giebel. Ein Lapidarium wurde dort eingerichtet.

Die Kapelle der Klosterdiener, zwischen 1235 und 1257 erbaut, wurde die St. Elisabeth Kirche von Georgenthal. Um 1500 wurde im Stil der Spätgotik aus- und umgebaut. Bauernkriege hinterließen Zerstörung, so dass 1602 die Kirche fast vollständig erneuert werden musste. Die bunten Kirchenfenster von 1902 zeigen Motive der Georgenthaler Geschichte. Das Schloss Georgenthal war eine Sommerresidenz. 

Unsere Runde verläuft in der ersten Hälfte westlich der Apfelstädt, gegen den Strom. Mit der B88 queren wir die Apfelstädt, von der der Flößgraben abgezwackt wurde. Wir kommen zum Mühlenteich, in der Nähe ist der Hammerteich. Auf dem größeren Mühlenteich findet sich ein Inselchen. Nachbarn sind der Kleine Mühlenteich und das Freibad Georgenthal. Auf Höhe des Campingplatzes am Schwimmbad queren wir die B88 und wandern auf den Spuren der Saurier, die Apfelstädt links von uns.

Wir kommen über den kleinen Otterbach, im Wald an einer Schutzhütte vorbei, und sind bei Lohmühle auf dem Bromacker, nahe dem Steinbruch. Die Steinbrüche am Bromacker sind der bedeutendste Fundort für Landwirbeltiere aus der Zeit des Unterperms außerhalb Nordamerikas.

Weltweit recht einzigartig ist, dass Paläontologen bei Grabungen Spuren und die zugehörigen Skelette vollständig bergen konnten. Die Saurierskelette hatten ihre letzte Ruhestädte in einer Schicht des Unteren Perm und lagen damit ca. 100 Mio. Jahre vor dem Zeitalter der großen Dinos schon begraben. Die Ursaurier waren die kleineren Vertreter, die den großen vorausgingen. Da ist zum Beispiel das „Tambacher Liebespaar“, zwei sich zueinander kuschelnde Seymouria (Landwirbeltiere).

Über den Kesselbach und die Apfelstädt ist Seitenwechsel. Wer mag, macht einen Halt bei der Lohmühle mit Teichen und Barfußpfad, nebst heimatkundlich-technischem Lohmühlenmuseum. 

Die Wanderroute macht einen Aufwärts-Waldbogen über den Kreuzkammerkopf. Runter geht’s an die Rodebachmühle an der Apfelstädt und eh man es sich versieht, sind 500 Mio. Jahre Geschichte. 

Bildnachweis: Von ErwinMeier [CC BY-SA] via Wikimedia Commons

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