Rundwanderung Marienschlucht und Burgruine Kargegg (Bodensee)


Erstellt von: Tom - Wanderatlas Redaktion
Streckenlänge: 11 km
Gehzeit o. Pause: 3 Std. 17 Min.
Höhenmeter ca. ↑495m  ↓495m
Kein Wegzeichen hinterlegt

Zuerst: Seit einem Erdrutsch in 2015 ist eine der schönsten Schluchten am Bodensee, die Marienschlucht bei Langenrain am Überlinger See, gesperrt. Es ist noch nicht absehbar, ob sie wieder zugänglich wird. Das Schild Lebensgefahr nehmen wir ernst. Die Wanderung hat noch andere Highlights zu bieten.

Start ist der Wanderparkplatz Marienschlucht östlich von Langenrain und westlich vom Golf-Club Konstanz, der als einer der schönsten am Bodensee beschrieben wird. Den Golfclub gibt es seit 1930, seit 1965 ist er hier. Bereits die Lage ist fantastisch, zwischen Überlinger See und Gnadensee auf dem Bodanrück mit Bodenseeblick.

In der Nähe des Bachlaufs, der die rund 100m tiefe Marienschlucht in das Molassegestein grub, wandern wir zur Burg Kargegg. Das „karge Eck“ gab der Burg den Namen. Die Burg Kargegg entstand zwischen 1200 und 1300 als Spornalage. Im Mai 1525 richteten brandschatzende und aufständische Bauern die Burg hin. Man sieht Reste der Südmauern des Wohnturms.

Um die Burg rankt sich eine traurige Liebesgeschichte um das Burgfräulein Fortunata und einen Ritter der gegenüberliegenden Burg Hohenfels. Der Edelmann schwamm durch den Überlinger See, wenn Fortunata eine Kerze entzündete, als Zeichen, dass sie alleine war. Eines dunklen Nachts wurde durch einen Sturm die Kerze ausgepustet und der Edelmann ertrank. Seither soll in den Ruinen der Burg Kargegg der unruhige Geist Fortunatas Erlösung suchen.

Wäre die Marienschlucht jetzt begehbar, würden wir durch Engstellen und über Stiegen hinab gelangen. Der Name Marienschlucht ist ebenfalls mit einem Paar verbunden, Othmar von Bodmann, der sich mit der Gräfin Maria von Waldersdorff verlobte.

Nächstes Ziel ist der Burghof, auch genannt Schloss Neu-Dettingen, das wir nahe dem Ufer, mit Mischwald, und teils auf dem St. Katharinaweg erreichen. Die Herren von Dettingen bauten die Burg Ende des 12. Jahrhunderts als Vorburg von Alt-Dettingen und rüsteten sie 1320 schlossartig um. Im 16. Jahrhundert wütete ein Brand und im Nachgang wurde die Anlage wieder aufgebaut. Man sieht einen fast quadratischen Wohnbau mit auffälligen Treppengiebeln.

Schaut man auf der Wanderung ins Wasser in Ufernähe des Überlinger Sees sieht man das Seezeichen 22. Das steht auf dem sogenannten Teufelstisch, der sich bei Niedrigwasser aus dem See erhebt. Der ovale Felstisch ist das Ende einer Felsnadel. Wir wandern noch ein Stück in Richtung Wallhausen, es geht bergan, und biegen davor in den Burgfeldweg ein. Nach etwa 5,4km gehen wir rechts in den Brunnenhauweg, aufwärts und mit Waldbegleitung.

Wir wandern nochmal ein Stück St. Katharinaweg, überqueren via Bruderholzweg den Katharinabach und kommen zur Waldruh St. Katharinen. Hier können Urnen in dem naturbelassenen Wald mit seinen Buchen, Eschen, Lärchen, Fichten und Eichen beigesetzt werden. Die Wanderung lässt uns zum Golf-Club Konstanz gelangen, über dessen Grün wir zur Gastronomie Kargegg und zum Ausgangspunkt zurückkommen.

Bildnachweis: Von Bodman-Ludwigshafen [Public domain] via Wikimedia Commons

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