Rundwanderung durch die Halberstädter Berge


Erstellt von: Rudi - Wanderatlas Redaktion
Streckenlänge: 22 km
Gehzeit o. Pause: 5 Std. 30 Min.
Höhenmeter ca. ↑575m  ↓575m
Kein Wegzeichen hinterlegt

Die große Runde, südlich von Halberstadt, dem „Tor zum Harz“, ist was für Effektiv-Wanderer, denn an ihr liegen drei auf einen Streich: Spiegelsberge, Thekenberge und Klusberge, mit ihren Sehenswürdigkeiten, wie Jagdschloss Spiegelsberge, Mausoleum und Bismarckturm, Gläserner Mönch der Thekenberge oder Fünffingerfelsen der Klusberge. Dazwischen genießen sich immer wieder herrliche Aussichten, bis zum Brocken beispielsweise.

Wir haben jedenfalls den ganzen Tag Zeit. Ob sich der Stadtrundgang Halberstadt noch anschließt, entscheiden wir später. Beginn ist der Parkplatz an den Spiegelsbergen (180m), nahe Reithalle, Seminarhotel, Amtsgarten und Paulanergarten sowie dem Tiergarten Halberstadt mit Streichelzoo und Erdmännchen. Da sieht man schon, was es bereits hier zu sehen gibt.

Wir gehen Richtung Jagdschloss Spiegelsberge von 1782. Attraktion im Schlosskeller ist das riesengroße Gröninger Fass von 1594, in das 145.000 Liter Gesöff passen. Wenn Freiherr von Spiegel pro Tag einen Liter aus dem Fass hätte trinken müssen, wäre er 397 Jahre beschäftigt gewesen. So zog er kurz nach Fertigstellung 1784 seines Mausoleums in selbiges ein. Vom Mausoleum über das Jagdschloss kommen wir zum Belvedere. Der steinerne Aussichtsturm entstand auch 1782.

Über die Eremitage und am Wasserwerk vorbei wandern wir durch Wald zum 22m messenden Bismarckturm, der 1907 eingeweiht wurde und wahrscheinlich zu ist. Über den Blankenburger Kopf (178m) wandern wir gen Süden und durch abwechslungsreiches Gebiet mit Obstbäumen, Mischwald, Wiesen und Aussichten vom Waldrand über offene Landschaft zu den nächsten Bergen.

Am Weg sehen wir das Kriegerdenkmal Mehdingschanze. Ganz in der Nähe, man könnte einen Abstecher machen, ist die KZ-Gedenkstätte Langenstein Zwieberge am Rand des Areals des Komplexlagers 12/Malachit (um die 60.000qm). Im Dritten Reich mussten die KZ-Häftlinge eine unterirdische Fertigungsanlage bauen. Später lagerte die NVA dort Armee-Bestände, danach nutzte die Bundeswehr es als Luftwaffendepot. Der Eingangsstollen wurde Gedenkstätte.

Nach rund 5,5km wird es kurz beachtlich steil, wenn es auch per Stufen auf die Thekenberge (230m) hinaufgeht. Wir kommen am Gläsernen Mönch aus und verschnaufen auf der Felsformation, der früher Thorstein genannt wurde. Einer Sage nach, sollen ein Mönch und eine Nonne das mit der Nächstenliebe umgesetzt haben, weshalb sie zu Sandstein wurden. Das „Gläsern“ ist von „Glühend“ hergeleitet, denn je nach Abendsonne, leuchten die beiden heute noch.

Mit Waldbegleitung wandern wir über die Thekenberge und mäandern durch die Natur, man kann historische Steintreppen bewundern, kommt zur Fuchsklippe und zu dem Steinkuhlen und streift den Krähenhüttenfelsen. Per Pfad wandern wir durch altes Steinbruchgelände.

Nach etwa 12,5km des Wegs geht’s nach Norden. Durch offene Landschaft gelangen wir rund 4,5km später zu den Klusbergen (192m), mit etlichen Aussichtspunkten und Rastmöglichkeiten. Klusfelsen, Teufelskanzel und Fünffingerfelsen, haben sich hier hübsch gruppiert und laden zum Kraxeln ein.

Nach den eindrucksvollen Momenten wandern wir weiter, die Aussichten genießend, streifen die trockene Ypsilantiquelle, ein Fliegerdenkmal, eine einstige Sternwarte, kommen per Höhlenweg zu Tennisplätzen und sind alsbald am Ausgangsort.

Bildnachweis: Von FrankBothe [CC BY-SA] via Wikimedia Commons

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