Gläserner Mönch Wanderung bei Langenstein (Harz)


Erstellt von: Tom - Wanderatlas Redaktion
Streckenlänge: 13 km
Gehzeit o. Pause: 3 Std. 6 Min.
Höhenmeter ca. ↑277m  ↓277m
Kein Wegzeichen hinterlegt

Zwischen Halberstadt nordöstlich und Blankenburg südwestlich liegt der Halberstadter Ortsteil Langenstein. Die Runde wird einblick- und aussichtsreich. Spannende Einblicke haben wir zwischen dem Schlosspark und der einstigen Altenburg in die Höhlenwohnungen von Langenstein und Aussichten vom Hoppelberg und den Thekenbergen mit dem markanten Gläsernen Mönch. Traurige Bekanntheit erlange Langenstein in der jüngeren Vergangenheit durch das KZ Außenlager Langenstein-Zwieberge.

Wir starten am Bahnhof in Langenstein und biegen nach rechts in die Bahnhofstraße. Dann gehen wir durch den Schlosspark Langenstein, wo sich ein Therapiezentrum sowie ein Senioren- und Pflegeheim befinden. Südlich im Parkareal ist ein Schlossteich. Es geht ein Stück entlang der Dorfstraße. Rechts ist der Ölmühlenteich.

Uns zieht es zu den Höhlenwohnungen, die bis in den Beginn des 20. Jahrhunderte bewohnt wurden. Wieviel Kraft und Ausdauer Wohnungsnot in Hammer, Spitzhacke und Meißel zu stemmen vermag, davon können wir uns einen lebendig gehaltenen Eindruck verschaffen. Die ersten Wohnungen entstanden im Bereich der Altenburg, weitere finden sich am Schäferberg. Arbeiter eines Gutshofes sahen sich gezwungen für sich und ihre Familien eine Bleibe in den Sandstein zu hauen. Vor die Höhlen wurden später kleine Häuser gebaut und die Höhlen dienten als Stall oder Vorratskeller. Zu den Höhlenwohnungen in der Straße Schäferberg sollten wir einen Abstecher durch den Ortskern in östliche Richtung machen.

Ohne Abstecher geht es weiter durch den Wald hinauf zum Aussichtspunkt Altenburg. Die Altenburg, deren Bau im 12. Jahrhundert stattfand, war vermutlich eine Fluchtburg. Sie wurde Mitte des 17. Jahrhunderts abgerissen, man sieht Reste des alten Gemäuers und hat einen schönen Blick auf den Ort.

Über den Hoppelberg-Kammwanderweg steigen wir zum Hoppelberg (308m) hinauf. Nach rund 3,3km sind wir bei 290m am höchsten Punkt der Runde angelangt und genießen erneut die Aussichten über die Landschaft. Im Anschluss treffen wir auf den Weg Quedlinburger Straße, die zur Gedenkstätte des KZ Außenlagers Langenstein-Zwieberge von Buchenwald führt. Mehr als 7.000 Menschen waren hier inhaftiert. An der Stelle eines Massengrabs ist das Mahnmal entstanden. Die Opfer erlagen der Methode der sogenannten „Vernichtung durch Arbeit“. Es graust einen nachhaltig.

Durch Ackerflächen geht es durch den Wald zu den Thekenbergen, einem Höhenzug im nördlichen Harzvorland. Es geht zur markanten Felsenklippe aus Sandstein, Gläserner Mönch (180m) mit Aussichtspunkt. Diese frühe Kultstätte war auch ein Überwachungsposten. Die Germanen nannten den Ort Thorstein, so eine Annahme, da er dem Kriegshammer (isländ. Mjölnir), des Gottes Thor ähneln soll. Bei guter Sicht kann man von hier aus bis zum Brocken schauen.

Durch kultivierte Landschaft gelangen wir zurück nach Langenstein. Wer den Abstecher zu den Höhlenwohnungen noch nicht gemacht hat, hat dazu nach dem Schwimmbad und Sportlerheim eine Gelegenheit, wenn er in den Weg Friedhofstraße einbiegt und dann in die Straße Schäferberg. Ohne Abstecher geht es weiter zum Aussichtspunkt „Blick Halberstadt“. Unter uns ist der Umflutkanal Goldbach sowie der Goldbach. Dann kommen wir am Untermühlenteich vorbei, überqueren den Goldbach und gehen die Wege An der Untermühle und Untermühlenweg zurück zum Ausgangsort.

Bildnachweis: Von FrankBothe - Eigenes Werk, CC-BY-SA 4.0, Link

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