Rundtour durch Wasserburg zum Lindenhofpark (Bodensee)


Erstellt von: tomtom
Streckenlänge: 10 km
Gehzeit o. Pause: 2 Std. 20 Min.
Höhenmeter ca. ↑158m  ↓158m
Kein Wegzeichen hinterlegt

Bodensee und Alpenblick, Historisches, Künstlerisches und Natürliches mischt sich in Wasserburg mit entspannter Ausgeglichenheit. Davon haben wir bei einem Rundgang jede Menge, vor allen Dingen, wenn man zu den Ferienrandzeiten reist.

Wir starten am Haltepunkt Wasserburg, der von der Bodenseegürtelbahn von Radolfzell-Stahringen nach Lindau regelmäßig bedient wird. Vom Bahnhof biegen wir nach rechts in die Bahnhofstraße, nach links „Am Torggel“, folgen der Nonnenhorner Straße und gelangen zur St. Johannes Kirche (1937). Der Moosweg führt uns an den Bodensee und zum denkmalgeschützten Ensemble der Halbinsel Wasserburg.

Entlang der Halbinselstraße reihen sich die Baudenkmäler auf. Da ist das Schloss Wasserburg, das hinter den bis zu 3m dicken Mauern ein Hotel und Restaurant beherbergt. Es wurde zwischen 1537 und 1555 als Renaissanceschloss anstelle einer einstigen Burg errichtet. Wir gehen ans Bodenseeufer und treffen auf Skulpturen. Auf der Halbinsel erhebt sich die St. Georg Kirche mit Zwiebelturm und Wurzeln aus der Zeit um 1400. Das Schiff wurde um 1512 erweitert.

Das malerische Wasserburg hat ein dunkles Kapitel, das des Hexenwahns. 26 Menschen wurden von 1656 bis 1664 der Hexerei für schuldig befunden und ermordet, nach grauenvollen Folterungen, das jüngste Opfer war gerade mal 9 Jahre alt. Wenn der Fuggergraf gnädig war, wurden die Verurteilten erst nach dem Köpfen verbrannt. Diesem Kapitel widmet sich das Museum im Malhaus, ein Heimat- und Schriftstellermuseum.

Das Malhaus mit Voluten geziertem Giebel entstand 1597. Es war ein Gerichtsgebäude und Gefängnis der Fugger, ein schwäbisches Kaufmannsgeschlecht. Hier fanden die Hexenprozesse statt. Im Ortsteil Hege wurde als Mahnmal ein Galgenkreuz aufgestellt, wo einst die Beschuldigten gerichtet wurden. Ein weiterer Teil der Ausstellung im Malhaus widmet sich Martin Walser, der 1927 in Wasserburg geboren wurde. Er lebt heute in Überlingen am Bodensee.

Wir gehen am Fischerbrunnen vorbei zu den Stegen und kommen übers Wasser. Weiter wandern wir durch die Uferstraße und zur Sumserhalle nebst Schwimmbad. Entlang der Reutener Straße und „In den Rehenen“ kommen wir in den Ortsteil Reutenen mit der St. Jakobus Kapelle (1643) und einem kleinen Feuerwehrmuseum.

Der Lindenhofweg führt uns in den Lindenhofpark im Kurstädtchen Bad Schachen (Lindau). Hier wurde eine Eisen-Schwefelquelle gefunden, die das Heilbad begründete. Die Ruine Degelstein, auch Weiherschlösschen genannt, ist der Rest eines Wasserschlösschens, dessen Mauern verträumt im Park liegen. Die Ruine aus dem 14. Jahrhundert gehörte gar mal einem Lord Baltimore aus England. Im 19. Jahrhundert wurde das Anwesen von einem Kaufmann erworben, der in seinem Englischen Park eine Ruine wollte und deswegen das Schlösschen abreißen ließ.

Im Lindenhofpark sind weitere sehenswerte Gebäude wie das Schweizerhaus eines Tuchmachers und Bankiers (1. Hälfte des 19. Jahrhunderts). Die Villa Lindenhof beherbergt die Friedensräume. Das Friedens-Museum widmet sich bedeutenden Persönlichkeiten und lädt zum Entdecken und Gedankenmachen ein.

Via Schachener Straße, Liebträgerweg und Grubenweg umrunden wir Bad Schachen, wandern durch den Kapellenweg, die Poststraße und auf den Postweg sowie über das Gleis der Bodenseegürtelbahn. Sie bildet so etwas wie die weitere Schnur, an der wir an Bichel vorbei zum Ausgangsort zurückwandern.

Bildnachweis: Von Sinje Beck, alle Rechte vorbehalten

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