Unser Wandergebiet ist auch unter dem Namen Mertinger Höll bekannt. Der Name erinnert an die schwere Arbeit der Bauern, die in der sumpfigen Ebene die Streuwiesen mähten oder Torf abbauten. Es war feucht, bisweilen heiß, und sie waren vermutlich auch beliebt als Wirte für Stechmücken. Die Mertinger Hölle ist eines der bedeutendsten Niedermoorgebiete im bayerischen Donaugebiet und steht seit 1984 unter Naturschutz – heute ein Himmel für die Tiere und Pflanzen. Die Wanderung führt durch viel Feldflur.
In Meyfried an der Schmutter ist unser Ausgangsort bei den Sportfeldern. Meyfried ist ein Gemeindeteil von Asbach-Bäumenheim im Landkreis Donau-Ries. Mertingen liegt südlich und bildet eine eigene Gemeinde.
Wir kommen über die rund 96km lange Schmutter, die nördlich von uns gegenüber von Donauwörth in die Donau mündet. Wir sind im Schmutterwald, streifen Bäumenheim, sind zwischen Ortsrand und Feldflur unterwegs und umwandern das Schutzgebiet Osterried. Es umfasst wertvolle Nasswiesenbereiche und Feuchtgebiete.
Am Rand fließt der Kuppelweidgraben, dem wir gen Süden folgen. Landwirtschaftsflächen und Wiesen umgeben uns auf dem Weg nach Heißesheim, der Gemeinde Mertingen. Die Filialkirche St. Margareta geht auf das Jahr 1491 zurück und wurde 1681 erweitert. Die Kirche ist etwas abseits unseres Wegs. Nach der Bebauung und dem GPS folgend biegen wir nach links in einen Feldweg ein und wandern am Rand der Mertinger Hölle (Firnhabermoos) entlang. Das wertvolle Niedermoor darf nicht gestört werden. Denn dadurch würden auch die Wiesenbrüter gestört und deren Lebensraum beeinträchtigt.
Das ca. 143ha große Kerngebiet im Mertinger Ried setzt sich mosaikartig zusammen aus feuchten und mageren Wiesen, Seggenrieden, Röhrichten, Gräben und Tümpeln. Natürlich zeigen sich noch Spuren des Torfabbaus. Durch die offene Kulturlandschaft gelangen wir nach Mertingen, wo wir am Alten Bahndamm im nördlichen Teil der Ortschaft wandern. Man könnte einen Abstecher zum Römerplatz unternehmen. Benachbart ist das Museum Alte Schule (ausgewählte Öffnungszeiten) in der Fuggerstraße, nebst der Verwaltung und St. Martin.
Wir kommen über die Schutter und treffen auf eine bekannte Marke: Zott. Die Molkerei wurde 1926 in Mertingen gegründet. Die Schutter fließt linkerhand und Zott ist rechts. Das Unternehmen ist in vierter Generation im Familienbesitz und wir nähern uns dem Ausgangsort.
Bildnachweis: Von Fabiologist [CC BY 4.0] via Wikimedia Commons
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