Rund ums Hücker Moor (Spenge, Ostwestfalen)


Erstellt von: Tom - Wanderatlas Redaktion
Streckenlänge: 5 km
Gehzeit o. Pause: 1 Std. 9 Min.
Höhenmeter ca. ↑60m  ↓60m
Kein Wegzeichen hinterlegt

Das Hücker Moor ist ein Moorsee bei Hücker-Aschen, einem Stadtteil von Spenge in Ostwestfalen. Das Hücker Moor ist durch einen eiszeitlichen Erdfall entstanden. In der Folge füllte sich diese Senke mit Grundmoränenmaterial, auf dem sich nachfolgend ein Niedermoor bildete.

Im 19. Jahrhundert hatte man noch nicht so viel für Naturschutz und Naherholung übrig, weshalb man sich eher für die wirtschaftliche Nutzung interessiert und am Hücker Moor Torf stach. So entstand der Hücker-Moor-See mit seinen typischen Fingern, die die Parzellen der verschiedenen Eigentümer darstellen.

Heute ist das Hücker Moor mit seiner elf Hektar großen Wasserfläche ein beliebtes Naherholungsziel und ist im Kreis Herford die einzige Möglichkeit, wo man Ruderboot oder Kanu fahren kann. Dementsprechend gibt es hier auch Einiges an touristischer Infrastruktur: den Campingplatz Hücker Moor, die Moor-Ranch mit Sportsbad und Biergarten, die Schankwirtschaft Beckmanns (ebenfalls mit Sommergarten) und das Café-Restaurant Moorstübchen (und auch hier gibt’s Außengastronomie).

Wir starten am Moorstübchen und wandern von hier aus südwärts und kommen bald auf den Weg Störbrink, auf dem wir nach Hücker-Dorf spazieren. Auf dem Sattelmeierweg kommen wir zum Sattelmeyerhof Meyer. Der Sage nach waren die Sattelmeyer treue Vasallen des Sachsenkönigs Widukind und Meyer zu Hücker schloss den Zug, wenn sie mit dem König ritten. Die Sattelmeyerhöfe wurden immer als Einzelhofsiedlungen außerhalb von Dörfern angelegt worden. Heute wird der Hof nicht mehr bewirtschaftet. Das Hauptgebäude wurde 1859 errichtet, Scheunen und Ställe in den Jahrzehnten danach.

Wir halten uns dann links und kommen nach einigen Metern am Franziska-Spiegel-Gedenkstein vorbei. Frankziska Spiegel wurde im November 1944 von SS-Männern am Hückerholz ermordet. Auf ihrem Rücken war ein Zettel „Sie war Jüdin“ geheftet. Die Namen ihrer Mörder waren bekannt, es erfolgte aber auch nach dem Krieg keine Strafverfolgung.

Auf dem Franziska-Spiegel-Weg gehen wir nordwärts, bis wir auf den Moorbach treffen. Der entwässert das Hücker Moor und mündet nach drei Kilometern in den Werfener Bach. Hinter dem Moorbach gehen wir links in die Torfstraße und kommen so zurück zum Hücker Moor, wo wir jetzt einkehren und nachher noch eine Bootsfahrt unternehmen können.

Bildnachweis: Von Ingo2802 [CC BY-SA 3.0] via Wikimedia Commons

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