Rund um die Mellnitz-Üselitzer Wiek (Rügen)


Erstellt von: Tom - Wanderatlas Redaktion
Streckenlänge: 15 km
Gehzeit o. Pause: 3 Std. 4 Min.
Höhenmeter ca. ↑68m  ↓68m
Kein Wegzeichen hinterlegt

Im Süden Rügens liegt das Naturschutzgebiet Puddeminer Wiek. Das lagunenartige Küstengewässer mündet in den Strelasund, der mit 10m ungewöhnlich tief ist und die Insel Rügen hier vom Festland trennt. Der kleine Weiler Puddemin, unser Start und Ziel, ist über die Deutsche Alleenstraße erreichbar. Unsere Runde führt uns um die Mellnitz-Üselitzer-Wiek und streift Poseritz, zu dem Puddemin gehört.

Als Wiek werden auch Buchten bezeichnet, die Teil einer Lagune oder eines Boddens sind. Der Weiler Puddemin zeigt sich mit denkmalgeschützten und reetgedeckten Häusern. In Puddemin mit seinem kleinen Naturhafen hat der im benachbarten Groß Schoritz 1769 geborene Schriftsteller und Abgeordnete Ernst Moritz Arndt Märchenerzählungen angesiedelt.

Wir wandern von Puddemin nach Neparmitz durch die offene Landschaft, Wiesen links und rechts. Im Ort ist der einstige landwirtschaftliche Großbetrieb von Gut Neparmitz mit Herrenhaus im Stil des Historismus. Mit dem sprichwörtlichen „Eimer Farbe“, kommt man hier garantiert nicht aus.

Mit der Straße K13 kommen wir auf die L29 Stralsunder Straße) und folgen ihr nach Poseritz. Wer mag, macht einen Abstecher zur St. Marienkirche mit Wurzeln im Jahr 1302 und bringt keinen Eimer Farbe mit, denn unter den 11 Schichten konnten Fresken entdeckt werden, aber noch gibt es weder Mittel noch Idee, wie diese hervorzuholen sind. Der Abstecher ist was für Menschen, die ein Faible für Sanierung haben. Den Schlüssel zur Kirche gibt es passenderweise bei der Familie mit Namen Prophet.

Wir wandern nach Glutzow-Hof und Glutzow-Siedlung, weiterhin durch offene Landschaft und gelangen nach Üselitz, südlich der Mellnitz-Üselitzer Wiek. Sie entstand als Abbitte, wenn man so will. Die wiedervernässte Landschaft ist die Ausgleichsmaßnahme für Umweltschäden, die durch den Bau der Rügenbrücke zwischen Stralsund und Altefähr entstanden sind. Die Wiek wurde als Zuflucht von zahlreichen Enten, Graureihern und Kranichen schnell wieder in Beschlag genommen. In Üselitz gab es weiteres Handanlegen. Das Herrenhaus aus der Renaissance, welches verfallen war, wurde wieder restauriert.

Das Wasser für die 2011 geflutete Wiek kommt aus der Puddeminer Wiek, wo ein Durchstich erfolgte. Auch die Puddeminer Wiek ist beliebt bei allerlei Wasser- und Wattvögeln, von Kiebitz bis Kormoran. Über den Durchstich gelangen wir nach Mellnitz und von dort zurück nach Puddemin.

Bildnachweis: Von Zwölfhundertvierunddreißig [CC BY-SA 3.0] via Wikimedia Commons

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