Rosbach (Windeck)

Verwaltungssitz und zugleich größter Ort im Windecker Ländchen ist Rosbach, das sich schön an eine Schleife der Sieg schmiegt. Östlich von Rosbach wurde in Richtung Grube Silberhardt auf 143ha das Naturschutzgebiet Rosbachtal ausgewiesen. Das für das Bergische Land typische Mittelgebirgsbachtal ist geprägt vom noch weitgehend natürlichen Verlauf des Rosbaches mit seinen naturnahen Bachgehölzen. Am Ufer wächst Schwarzerle, in den Bachauen Hochstauden, auf den umliegenden Hängen Niederwälder mit vielen Eichen. Daneben gibt es Heiden, Steinbrüche und Abraumhalden.

Diese strukturreiche Landschaft des Naturschutzgebiets Rosbachtal bildet Lebens- und Rückzugsraum für zahlreiche, teilweise gefährdete Arten. Im Naturschutzgebiet Rosbachtal leben ca. 500 Schmetterlingsarten sowie Eisvögel, Mittelspecht, Rotmilan und Schwarzstorch; hier wachsen 343 Pflanzenarten wie der geschützte Fieberklee und die seltene Labkraut-Sommerwurz.

In Rosbach selbst fallen zunächst die zwei Kirchen ins Auge. Die evangelische Salvatorkirche entstand von 1763-67 als barocke Saalkirche und bezog den Westturm mit ein, der von der Vorgängerkirche aus dem 12. Jahrhundert stammt. Man vermutet, dass eine erste Kirche sogar schon in der Zeit der Merowinger - 6. bis 7. Jahrhundert - hier gestanden hat.

Damals war die Kirche natürlich noch katholisch, aber mit der Reformation wurde die Konfession geändert. Später gab es wieder katholische Christen in Rosbach und daher wurde 1895-97 die katholische Pfarrkirche St. Josef erbaut. Zuvor hatten sich die katholischen Christen in der 1744-45 errichteten Alten Kapelle getroffen, die hoch oben am Waldrand liegt. Beschattet wird die Alte Kapelle durch die Sommerlinde, die vermutlich um 1743 gepflanzt wurde.

Etwas unterhalb der Alten Kapelle befindet sich seit 1994 die Gedenkstätte Landjuden an der Sieg, eine umfangreiche Dokumentation des jüdischen Lebens an der Sieg. Hilde Seligmann stellte dazu das Haus ihres verstorbenen Schwiegervaters, eines jüdischen Altwarenhändlers, zur Verfügung. In den elf Räumen des zweigeschossigen Fachwerkhauses und der mit Originaleinrichtung erhaltenen Werkstatt werden Religion und Kultur, Arbeit und Alltag, aber auch Verfolgung und Vernichtung der ehemals in der Siegregion lebenden Juden dargestellt. Ein Neubau bietet als Vortragsraum Platz für Veranstaltungen und Einführungen in die Thematik sowie für die Arbeit mit Schulklassen und anderen Gruppen.

Direkt vis-à-vis der Gedenkstätte befindet sich bei dem um 1750 errichteten Wohnhaus übrigens seit 2011 die Windecker Dorfbrennerei. Hier kann man sich nicht nur mit lokal hergestellten Bränden eindecken, sondern im Rahmen einer Besichtigung Einiges über den Destillationsprozess lernen.

Das ehemalige Waldkrankenhaus in Rosbach, der Auguste-Viktoria-Stift, benannt nach der Ehefrau von Kaiser Wilhelm II., wurde 1902 als eine der ersten Lungenfachkliniken in Deutschland eröffnet. Das stattliche Gebäude, das zu den Klinikbetrieben der Stadt Köln gehörte, steht seit der Schließung 2002 leer.

Wenn man sich schon nicht mehr heilen lassen kann, dann sollte man wenigstens darauf achten, nicht krank zu werden. Und da ist Fitness ein wichtiger Baustein, den man seit 2008 im Hochseilklettergarten Rosbach trainieren kann. Für die Klettertour reicht eine durchschnittliche körperliche Fitness aus, allerdings werden bis auf Schnuppertage nur Gruppen ab einer Größe von acht Personen und bei vorheriger Buchung eingelassen.

Gefeiert wird in Rosbach natürlich auch, z. B. am ersten Wochenende im September, wenn die Kirmes steigt. Der Rosbacher Martinsmarkt findet immer am ersten Sonntag im November statt und erfreut sich überregionaler Beliebtheit.