Riesweiler

Riesweiler liegt südlich von Simmern im Großen Soon. In der Gemarkung von Riesweiler erhebt sich südlich der Ortslage der Simmerkopf (653m), die höchste Erhebung im Rhein-Hunsrück-Kreis. Zwischen Riesweiler und dem Simmerkopf liegt ein ganz besonders bezauberndes Anwesen, nämlich das der Eremitage Maria Reizenborn.

Die Eremitage Maria Reizenborn wird gerne von Pilgern aufgesucht, die hier ein wenig Ruhe schöpfen. Die einstige Einsiedelei liegt an einem Pilgerweg von Simmern nach Spabrücken. Im Sommer werden Sommergottesdienste in der kleinen Wallfahrtskirche gehalten. Bevor die Eremitage entstand, war hier bereits ein heiliger Ort der Kelten und es befand sich die Quelle Maria Reizenborn an der Stelle. Aus dem 18. Jahrhundert sind die Grundmauern der Eremitage und die Quellfassung erhalten.

Der erste Eremit ließ sich hier 1718 nieder. 1732 wurde eine Wallfahrtskapelle geweiht. 1775 wurde eine größere Kirche errichtet und schon 1796 war ihre Zeit um und der Ort versank im Vergessen. In den 1980er Jahren besann man sich des religiösen ehemaligen Wallfahrtsziels und legte die Fundamente frei, um zu erhalten, was noch da war. 1997 baute man eine neue kleine Kapelle und im Rahmen der erhöhten Fundamente stehen Bänke in der Open-Air-Kirche.

Die evangelische Kirche in Riesweiler wurde 1763 als Saalkirche erbaut. Drei steinerne Köpfe sind in den Wänden vermauert. Eine Figur findet sich im Giebeldreieck und zwei andere dienen als Konsolen dem Tragen der Empore. Die Figuren waren vermutlich Teil des Götterkults der Kelten, deren Platz sich bei der Eremitage befunden haben soll. Um 1000 wurden die Köpfe dann in die erste Kirche integriert und weitergereicht durch alle Folgebauten. Riesweiler bewahrt nicht nur die keltische Vergangenheit, sondern stieß auch auf seine römische Geschichte. Nordöstlich von Riesweiler liegt ein Grabungsschutzgebiet mit einem Abschnitt der römischen Fernstraße von Bingen nach Trier.

Auch Riesweiler kommt nicht ganz ohne die Erwähnung von Edgar Reitz und seiner Heimat-Trilogie aus. Im ehemaligen Forsthaus Riesweiler weilte der Macher der Hunsrück-Trilogie einige Zeit und soll sich hier zumindest Stücke zum dritten Teil erdacht haben.

Westlich von Riesweiler liegt das kleine Dorf Holzbach am gleichnamigen Bächlein mit der evangelischen Kirche aus dem Jahr 1759, erbaut im Stil des Barock. In Holzbach wurde um den Höhenhof auf dem Weg von Riesweiler nach Holzbach, ein 1,5km langer Barfußpfad angelegt. Da kann man dann verschiedene Gesteine aus dem Hunsrück unter den Fußsohlen erleben, auch Sand, Moor, Lehm und Schlamm sowie Kiesel. Ein Wassertretbecken sorgt für frische Waden und am Balancierbalken oder an der Kettenbrücke kann man seinen Bewegungsapparat neu spüren.