Remscheid-Lennep

Lennep war bis zum großen Stadtbrand 1746 eine der wichtigsten Städte im Bergischen Land. Schon im 13. Jahrhundert erhielt Lennep die Stadtrechte, wurde Mitglied der Hanse und exportierte vor allem Stoffe in aller Herren Länder. Der große Brand, dem fast die gesamte Stadt Lennep zum Opfer fiel, führte zum Wegzug vieler Handwerker und Kaufleute ins Umland und Lennep konnte seinen historischen Status im Zuge der Industrialisierung nicht mehr aufholen.

Dem Stadtbrand ist allerdings ein Positives abzugewinnen: Nachdem alles in Schutt und Asche war, wurde der Stadtkern wieder aufgebaut und bildet seitdem ein sehenswertes barockes Gesamtensemble. Weit über hundert Häuser des von der Struktur noch mittelalterlichen Stadtkerns stehen heute unter Denkmalschutz und zeigen viele schöne Beispiele des Bergischen Dreiklangs: geschieferte Wetterseiten, die schwarzen Fachwerkbalken mit den weißen Gefachen und die grünen Holzschlagläden.

Dieses Farbspektrum konnte man im 1961 produzierten Fernsehspiel „Das Halstuch“ allerdings nicht sehen, denn damals war Fernsehen noch Schwarzweiß. Das Halstuch war eine sechsteilige Krimiproduktion, die quasi ganz Deutschland verfolgte. Damals entstand der Begriff Straßenfeger als Beschreibung für eine TV-Sendung, die alle Menschen vor die Glotze zog. Die Geschichte spielte zwar in England, wurde vom WDR aus Kostengründen allerdings in der Altstadt von Lennep gedreht.

Der älteste Sakralbau im Stadtgebiet von Remscheid ist die Klosterkirche Lennep. 1641 ließen sich die Minoriten in Lennep nieder und errichteten ab 1677 ein Kloster, das durch den Bau der Klosterkirche 1696 gekrönt wurde. Das einschiffige Bauwerk im spätgotischen Stil misst etwa 30m in der Länge, 11m in der Breite und 13m in der Höhe. Der Kirchenbau besitzt keinen eigentlichen Turm sondern lediglich einen barocken Dachreiter.

1803 wurde das Kloster Lennep aufgehoben und begann dann seine zweite Karriere als Textilunternehmen. In der Klosterkirche wurden Trikotagen produziert, bis das Unternehmen 1975 zum Erliegen kommt. 1987 dann wird die Klosterkirche durch Engagement der Bürger als Kulturzentrum Klosterkirche neu eröffnet. Seitdem hat sich das Kulturzentrum Klosterkirche zu einer der wichtigsten Kleinkunstbühnen und Veranstaltungsorte im Bergischen Städtedreieck entwickelt.

Heute ist die evangelische Stadtkirche die Hauptkirche in Lennep. Die Stadtkirche wurde nach dem Stadtbrand 1750-56 neu erbaut. Von der Vorgängerkirche ist noch der mächtige, 51m hohe Westturm aus dem 13. Jahrhundert erhalten. Der Neubau wurde als barocke Predigtkirche im bergischen Stil errichtet. Typisch dafür ist der Prinzipalaufbau von Altar, Kanzel und Orgel, die übereinander angeordnet sind.

Während in Remscheid vor allem Eisenverarbeitung das Geld brachte, war Lennep schon seit dem 14. Jahrhundert ein Zentrum der Tuchindustrie. Über die lange Geschichte der Tuchindustrie in Lennep und im Tal der Wupper informiert das Tuchmuseum Lennep, das seit 1997 in Räumen der Freiherr-vom-Stein-Schule in der Hardstraße direkt gegenüber des Röntgen-Museums untergebracht ist. In sechs Themenräumen zeigt das Tuchmuseum Lennep interessante Aspekte aus der mehrhundertjährigen Wirtschaftsgeschichte.

Hält man sich vom Tuchmuseum südwärts und geht am Röntgen-Museum vorbei in die Schwelmer Straße, kommt man schnell in die Kölner Straße und hier befindet sich das Rotationstheater, die Kleinkunstbühne in Lennep. Das privat geführte Theater hat schon jede Menge junge Talente auf die Bühne geholt, die später zu Top Acts wurden. So gastierten im Rotationstheater z.B. die Comedians Ingo Appelt und Mario Barth.

Geht man hinter dem Rotationstheater links (Kraspütt), kommt man zur Wallstraße und steht quasi schon vor dem Hardtpark. Der Hardtpark wurde Anfang des 19. Jahrhunderts als privater Garten einer Unternehmensvilla angelegt. 1956 schenkte der damalige Besitzer Alfred Hardt den Garten der Stadt. Schmuckes Kernstück des Hardtparks ist der Rosengarten. Sehenswert ist auch das etwas außerhalb des Parks stehende Gartenhaus, das 1910 entstand.

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