Plästerlegge

Auf rund 600m ü. NN Höhe liegt der kleine Ort Wasserfall. Der Bestwiger Ortsteil ist damit eine der am höchsten gelegenen Siedlungen des Sauerlandes. 1560 wird Wasserfall erstmals erwähnt, Landwirtschaft und Köhlerei waren seine wirtschaftlichen Standbeine. Knapp hundert Jahre nach dieser ersten Erwähnung, nämlich im Jahr 1649, fand die Köhlerei allerdings ein Ende, denn die Wälder waren abgeholzt. Heute liegt Wasserfall inmitten von Feldern und Wiesen, und drumherum sind einige Waldflächen nachgewachsen.

Der ungewöhnliche Ortsname lässt sich leicht erklären, denn hier gibt es tatsächlich einen echten Wasserfall. Übrigens der höchste natürliche Wasserfall in ganz Nordrhein-Westfalen. Im gleichnamigen Naturschutzgebiet liegt die Plästerlegge, was so viel heißt wie regnender Felsen oder Regen auf Schiefergestein. 15m hoch ist die Plästerlegge. Fast senkrecht stürzt das Wasser an der Felswand hinab. Zumindest manchmal, denn eine Garantie auf das Schauspiel hat man als Besucher nicht. Der Wasserfall ist abhängig von den Niederschlagsmengen, und während längerer Trockenperioden kommt es schon mal vor, dass die Plästerlegge gar kein Wasser führt.

Nicht nur die Plästlerlegge selbst ist eine seltene Erscheinung im Sauerland. Auch die Flora, die sich um sie herum finden lässt. Denn die Felsen, über die das Wasser plätschert, liegen nach Osten hin und damit meist im kühlen Schatten. So wachsen hier besondere Moose und Flechten, die ansonsten in weitem Umkreis nicht zu finden sind. Ein echtes Naturschauspiel sind Wanderungen rund um den Wasserfall auch im Winter, wenn der Frost aus dem Wasser glitzernde Eiszapfen zaubert.