Olpebachtal (Kürten)

Südöstlich von Kürten fließt in südwestlicher Richtung der Olpebach, ein rund 6km langer Bachlauf, der an der Gemarkungsgrenze zu Lindlar entspringt und hinter Sülze in die Kürtener Sülz einmündet. Das Olpebachtal ist ein dünn besiedeltes Gebiet mit einer reizvollen hügeligen Landschaft, mit Feldern, Wiesen, Mischwald und zahlreichen kleinen, namenlosen Bachläufen. Im und am Olpebachtal liegen Hembach, Delling, Schultheismühle, Olperhof, Olpermühle, Büchel, Kohlgrube, Eichen, Olpe und Kaas.

Namensgebend für den Olpebach ist das Kirchdorf Olpe, zu dem 43 kleinere Ortsteile sowie Weiler und Hoflagen gehören und das gerne als grünes Herz der Gemeinde Kürten bezeichnet wird. Zu den sehenswerten historischen Gebäuden in Olpe zählt Haus Olpe, ein Rittersitz, der 1171 erstmals erwähnt wird.

Die ältesten Teile der Grundmauern von Haus Olpe stammen denn auch aus dem 11. Jahrhundert. In seiner heutigen Form entstand das gerne auch Burg Olpe genannte Herrenhaus vermutlich nach Zerstörungen durch Feuer im 17. Jahrhundert.

In der Ortsmitte von Olpe steht die katholische Pfarrkirche St. Margareta, die 1896-97 als neugotische dreischiffige Hallenkirche erbaut wurde. Ein Vorgängerbau befand sich auf dem alten Friedhof und stammte wohl aus dem 12. Jahrhundert. Die Pfarrkirche St. Margareta gilt als sehr sehenswert, weil sie nahezu unverändert den Baubestand und die Innengestaltung einer bergischen Landkirche aus der Jahrhundertwende zeigt.

Sehenswert ist auch die kleine Kreuzkapelle am Friedhof von Olpe. Sie wurde im 16. Jahrhundert als Anbau an die alte, später abgerissene Kirche gesetzt. Das Portal der alten Kirche aus der Zeit um 1130 wurde 1898 in die Kapelle versetzt. Im Inneren der Kreuzkapelle Olpe wird eine Kreuzreliquie aufbewahrt, ein kleiner Holzsplitter, der vom Kreuz Christi stammen soll. Er war um 1280 von einem heimkehrenden Kreuzritter in die Olper Kirche gebracht worden.

Wesentlich jünger ist die evangelische Kirche im Nachbarort Delling, die 1834 eingeweiht wurde. Lange war der kleine Ort zu arm gewesen für eine eigene Kirche; Gottesdienste wie auch Schulunterricht fanden im alten Pastorat statt. Erst als das Bergische Land nach dem Wiener Kongress an das evangelische Preußen ging, das den Kirchenbau bezuschusste, konnte die evangelische Kirche in Delling errichtet werden. Das heute denkmalgeschützte Kirchengebäude wurde 1857-58 durch einen Kirchturm ergänzt.

Bevor die Kirche gebaut wurde, traf sich die evangelische Gemeinde in Delling im Alten Pastorat, ein ehemaliger Gutshof, der sich bis ins 14. Jahrhundert zurückverfolgen lässt. Das Alte Pastorat ist als zweigeschossiges Fachwerkhaus mit Walmdach ausgeführt und diente seit 1707 bis zum Bau der Kirche als Gemeindehaus.

Ähnlich alt ist die Geschichte der Schultheismühle, die im bergischen Dialekt auch Moilen in der Oilpe genannt wird, also auf gut Hochdeutsch: Olper Mühle. Ihre erste urkundliche Erwähnung datiert auf 1383. Der Betrieb der früheren Getreidemühle wurde 1958 eingestellt. Obergraben, Wehr und Teiche in der Wiese sind noch erkennbar. Die Schultheismühle wird heute als Wohnhaus genutzt.