Örtzeweg (Munster)


Erstellt von: Tom - Wanderatlas Redaktion
Streckenlänge: 11 km
Gehzeit o. Pause: 2 Std. 28 Min.
Höhenmeter ca. ↑153m  ↓153m
Örtzeweg Munster Lüneburger Heide

Munster in der Lüneburger Heide wurde viele Jahre lang als Munsterlager bezeichnet. Munster liegt zwischen Hamburg und Hannover und zwischen den Truppenübungsplätzen Munster-Nord und Munster-Süd. Munster ist der viertgrößte Bundeswehrstandort und der größte des deutschen Heeres, bezüglich der Soldatenanzahl. Durch die Betretungsverbote der Truppenübungsplätze konnte sich in den Gebieten einzigartige Lebensräume erhalten. 

Wir wandern zwischen der Innenstadt Munster und der Dethlinger Heide den eigens ausgeschilderten Örtzeweg, mit Aue und Wald, entlang der Örtze (62km langer Allerzufluss), die in der Großen Heide auf dem Übungsplatz Munster-Nord entspringt.

Der Örtzeweg auf Waldwegen, befestigten Wegen und auf Sandwegen führt durch ausgedehnte Heideflächen, mit alten Wacholdern, idyllischen Birkengruppen und wir treffen auf Seen. Für weiteres Wandererlebnis sorgen einige Örtzeübergänge oder Stege über einstige Rieselwiesen.

Wir starten an der Örtze bei der Straße Im Örtzetal und kommen gleich ins malerische Altdorf Munster und der dortigen Museumsanlage Ollershof. In dem Freilichtmuseum stehen einige historische Gebäude aus dem 18. Jahrhundert wie der Ollershof, Wassermühle, Backhaus, Remise, Treppenspeicher oder die Schweinehäuser (1933/34). Wir sehen mit Ziegel ausgemauertes Fachwerk, geduckt unter Reetdächern. Sehr schön!

Wir umrunden den Mühlenteich und kommen ins Altdorf Munster zurück. Zum schmucken Ensemble zählt auch die Kirche St. Urbani mit Wurzeln und Resten aus dem 13. Jahrhundert. 1519 wurden Teile durch Ziegelmauerwerk ersetzt. Die nächsten 3km werden wir nah an der Örtze verbringen und sie mehrfach queren.

Dann kommen wir zur Grenze zum Munitionslager und binden eine Schleife durch die Dethlinger Heide. Sie ist eine der wenigen Heiden von Munster, die für Zivilisten zugänglich ist. Zum Sommerausklang steht sie in voller Pracht. Auch diese Heide entstand im Mittelalter, wo der Holzverbrauch maßgeblich anstieg. Man brauchte Holz für das Brennen von Ziegeln, Herstellen von Glas und Keramik, für Salinen, zum Bauen, Heizen, Einstreuen. Die Freifläche wurde Weideland.

Entlang des abgesperrten Munitionslagers wandern wir zurück in nordwestlicher Richtung, queren die Panzerringstraße und wandern entlang dem Wildgehege. Rechterhand ist das Ausbildungszentrum Munster, das Panzertruppen schult. Nachbar ist das Deutsche Panzermuseum. Munster ist auch eine Stadt von Glas und Kunst – es vereint so gesehen, das Zerstörerische mit dem Zerbrechlichen.

Bildnachweis: Von Oxfordian Kissuth [CC BY-SA] via Wikimedia Commons

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