Niederprüm

Der Prümer Stadtteil Niederprüm liegt im Tal der Prüm. Im Jahre 1190 gründeten die Benediktinerinnen in Niederprüm ein Kloster. Was man heute sieht, sind drei Klausurflügel der ehemaligen Anlage, die in den 1670er Jahren entstanden. Kriegsschäden waren der Auslöser für neuerliche Baumaßnahmen unter der Verwendung der älteren Fragmente. Der Treppenturm stammt noch aus dem 17. Jahrhundert und zeigt sich mit einem barockisierenden Vorbau, der nach 1920 entstand. Heute nutzt das private Vinzenz-von-Paul-Gymnasium der Vinzentiner-Ordensgemeinschaft die Gebäude des ehemaligen Klosters Niederprüm.

In direkter Nachbarschaft steht die 1677 geweihte katholische Pfarrkirche St. Gordianus und St. Epimachus. Sehenswert ist das rippenlose Kreuzgewölbe, das lediglich durch Strebepfeiler gestützt wird. In der Südostecke der barocken Pfarrkirche findet sich die Sakristei mit einer ornamental geschmückten Stuckdecke. Weiterhin sehr schmuck anzusehen ist die balkonartige Äbtissinnenempore an der Nordwand. Aus der Erbauungszeit stammen der Hochaltar, das Chorgestühl und die prachtvolle Kanzel.

In der St. Vither Straße 1 steht die ehemalige Klostermühle unter Denkmalschutz. Von außen ist dem Gebäudeensemble seine Historie gar nicht mehr anzusehen. Der dreiachsige Putzbau stammt aus dem Jahr 1768, zeigt sich mit Mansard- und Satteldach, wobei der Teil mit dem Pultdach rechts später angebaut worden ist. Mit der Aufhebung des Klosters 1802 wurde auch die Klostermühle 1803 versteigert.

In Niederprüm ist darüber hinaus der Brunnen- und Skulpturenpark eine Entdeckung wert. Auf einem rund 20.000qm großen Gelände findet sich Kunst und Natur in einer stimmungsvollen Einheit. Die phantasievollen Kreaturen in der Wiese wirken lebendig und ganz so, als gehörten sie schon immer dahin, da stört die Vögel auch nicht der Angler, der in aller Stille seine Rute in den Teich hält. Der Skulpturenpark Kruft geht auf die private Initiative der Metallbildhauerfamilie Kruft zurück, die in Niederprüm auch ein Atelier hat.