Niederbergisches Museum

Nordwestlich des historischen Kerns rund um den Kirchplatz von Wülfrath ist in der Bergstraße 22 das Niederbergische Museum angesiedelt. Schwerpunkte der Dauerausstellung sind das Leben und Arbeiten im Niederbergischen Land zur Zeit des 19. Jahrhunderts und die Wülfrather Kalkindustrie, die maßgeblich das Landschaftsbild bei Wülfrath prägt und ein wichtiger Wirtschaftsfaktor ist.

Das von einem Volksschullehrer 1913 gegründete Museum befindet sich seit 1946 in einem Haus, in dem einst ein Eisenwarenladen seine Waren feilbot. Am Anfang bestand die Sammlung überwiegend aus geologischen-mineralogischen Stücken, die dann durch Volks- und Naturkunde sowie später auch dem Zweig der Entwicklung der Industriegeschichte Ergänzungen fand.

Die bäuerliche Lebens- und Arbeitswelt zeigt sich in entsprechend eingerichteten Räumen. U.a. sind eine Backstube und ein Kaminzimmer zu sehen. Historische Arbeitsgeräte und Gegenstände des Haushalts und täglichen Bedarfs lassen einen vielleicht schon mal bezüglich des Verwendungszwecks rätseln. Ein bürgerlich bergisches Barockzimmer und zwei Schlafräume fehlen auch nicht. Auch eine Dröppelminna-Sammlung gibt es. Eine Dröppelminna ist eine Kanne aus Zinn, mit einem Kran dran, aus der man den Kaffee ausschenkte. Dröppel ist im Bergischen der Tropfen und die Minna ist die Abkürzung von Wilhelmine und die steht für eine Hausmamsell.

Ein Themenschwerpunkt ist der Kalkabbau in Wülfrath, der im Tagebau betrieben wird. Die Geschicke der Rheinischen Kalksteinwerke, jahrzehntelang bekannt als Rheinkalk-Werke, werden zunehmend vom Mutterkonzern Lhoist in Belgien bestimmt, statt von der Niederlassung in Wülfrath-Flandersbach. Zu den Abbaugebieten gehörte der Schlammteich bei Tönisheide. Das Areal des einstigen Sedimentationsbeckens wird renaturiert und bietet von den Wanderwegen aus einen interessanten Blick in den Kalkabbau bei Rohdenhaus zum Beispiel. Zum Naturschutzgebiet wurde bereits der Steinbruch Schlupkothen.

Das Niederbergische Museum bietet (nach Voranmeldung) auch ein Bergisches Frühstück an und die Bergische Kaffeetafel mit den Spezialitäten der Region. Zur traditionellen Kaffeetafel mit Dröppelminna gehört Krentensemmel, stiewen Ries, Schwattbruad un Klatschki-es sowie Waffelen zum Beispiel. Korinthenweißbrot, Milchreisbrei, Schwarzbrot und Quark sowie Waffeln – klingt nicht gerade nach einer Kraftmahlzeit für den harten Tagebau. Rustikaler ist die Spezialität der Kottenwurst (eine Art Mettwurst), die sich die Schleifer in den Kotten zwischen die Brotscheiben klemmten.