Museum im Spital

Das Museum im Spital ist im Krankenhaus des ehemaligen Augustinerinnenkloster untergebracht, direkt neben der damaligen Klosterkirche St. Paul. Nach einer umfangreichen Sanierung ist seit 2007 im früheren Augustinerinnenkloster Grünberg das Museum im Spital untergebracht. Es befindet sich in der Hintergasse mit direkter Verbindung zur Neustadt.

Im ersten Stock zeigt das Museum im Spital eine Ausstellung, die dem Ethnologen und Südamerikaforscher Theodor Koch-Grünberg (1872-1924) gewidmet ist. Eine ständige Amazonas-Regenwald Ausstellung soll dem Besucher einen Eindruck davon vermitteln, womit sich der Forscher auf seinen vier Reisen nach Südamerika beschäftigt hat.

Theodor Koch-Grünberg wurde 1872 in Grünberg geboren und studierte klassische Philologie an der Universität in Gießen und war u. a. Lehrer an verschiedenen hessischen Schulen. 1899 nahm Koch-Grünberg erstmals an einer Forschungsreise nach Südamerika teil. Von 1901 an arbeitete er acht Jahre am Völkerkundemuseum in Berlin, bis er 1909 zur Universität Freiburg im Breisgau wechselte und dort habilitierte. 1913 wurde er in Freiburg ordentlicher Professor. Koch-Grünberg gilt als Wegbereiter der anthropologischen Fotografie und seine Beschreibungen brasilianischer Stämme sind noch heute für Ethnologen von großer Bedeutung.

Neben dem Gedenken an den großen Sohn Grünbergs, gibt es im Museum im Spital aber auch vieles zur Stadtgeschichte von Grünberg zu sehen, insbesondere die reiche Geschichte der drei Grünberger Klöster sowie ein Blick auf die Entwicklung der einzelnen Stadtteile.

Im Vorhof des Museums im Spital wurde in Erinnerung an das Augustinerinnenkloster ein Duft- und Heilpflanzengarten angelegt. In Klöstern wurden wichtige botanisch-medizinische Werke und Kräuterbücher verfasst. Klostermedizin war weitgehend Kräutermedizin. In vier Arealen sind zu den Themen fühlen, sehen, riechen und schmecken jeweils entsprechende Kräutersammlungen angepflanzt worden.