Mathildenhöhe (Darmstadt)

Im östlichen Darmstadt ist mit 180m Höhe die Mathildenhöhe ein Anziehungspunkt für die Städter und die Stadtbesucher. Großherzog Ludwig II. legte die Parkanlage 1830 an. Den Namen erhielt die Anhöhe durch die Schwiegertochter Mathilde von Wittelsbach. Von der Gründerzeit des Parks ist der Platanenhain, den auch Skulpturen zieren, erhalten geblieben.

Ein Wahrzeichen von Darmstadt ist der Hochzeitsturm auf der Mathildenhöhe, die geziert ist zudem von der Künstlerkolonie, die Großherzog Ernst Ludwig 1899 gründete und damit eine Idee seiner Mutter Alice umsetzte. Erst durch die Künstlerkolonie wurde Darmstadt zu einem Zentrum des Jugendstils.

Die Kolonie verfügt auch über ein Museum Künstlerkolonie mit dem rekonstruierten Atelierhaus (Ernst-Ludwig-Haus), das sich durch den Figurenschmuck abhebt. Sieben Künstler waren damals damit beauftragt, neuzeitliche Bau- und Wohnformen zu entwickeln. Der der Kunst zugeneigte Großherzog wollte Kunst, Kultur und Design handwerklich vereint sehen und somit quasi die Menschen einladen, die Kunstwerke zu gebrauchen. Noch heute locken die Bauwerke wie das monumental wirkende Ausstellungsgebäude beim Hochzeitsturm, Schwanentempel, Großes und Kleines Haus Glückert, die Häuser von Behrens, Ostermann, Deiters, Habich oder Olbrich die Zaungäste.

Der Hochzeitsturm ist ein Entwurf von Joseph Maria Olbrich. Das Wahrzeichen von Darmstadt ist 48,5m hoch und trägt das charakteristische „fünf-Finger-Dach“ aus Kupferblech. Der Turm aus Backsteinen, der sich in drei Bauteile gliedert, war ein Geschenk der Stadt an den Großherzog anlässlich seiner Hochzeit mit Prinzessin Eleonore im Jahr 1905. Der Turm war 1908 fertig. Die Sonnenuhr am Turm kam 1914 hinzu. Vom Hochzeitsturm aus hat man eine fantastische Aussicht von der Plattform in 33,5m Höhe.

Eleonore war die zweite Ehefrau von Ernst Ludwig. Der starb kurz vor seinem 69. Geburtstag 1937 und nur einen Monat später stürzte Eleonore mit einem Sohn und dessen Familie mit einem Flugzeug ab. Sie alle wurden im benachbarten Park Rosenhöhe beigesetzt. Der Park mit Rosarium und Rosendom hatte auch mal ein Palais, von dem aber heute nur noch eine Hecke an die Umrisse erinnern. Die Rosenhöhe beherbergt auch die Mausoleen des Fürstenhauses. 

Ebenfalls gibt es hier die Neue Künstlerkolonie Rosenhöhe, die mit sieben Atelier- und Wohnhäusern zwischen 1960 und 1967 entstand. Dann sieht man noch das Löwentor von 1927 und den Spanischen Turm, dessen Herkunft nicht geklärt ist, um nur einige markante Orte zu nennen.

Ein anderer interessanter Ort ist auf der Mathildenhöhe die Russische Kapelle, die aus dem Jugendstil absolut hervorsticht. Sie stammt aus dem Jahr 1899. Zar Nikolaus II. ließ sie sich bauen, damit er bei seinen Besuchen eine Art Heimat vorfand. Zar Nikolaus II. war mit der Schwester von Ernst Ludwig verheiratet, mit Alix. Die beiden heirateten 1894, als Nikolaus noch kein Zar war. Aus Alix von Hessen und bei Rhein wurde dann die Kaiserin Alexandra Fjodorowna, die letzte Kaiserin von Russland. Die Russische Kapelle ist ein Kleinod der russischen Kirchenbaukunst und obwohl sie nicht ins Jugendstilspektrum passt, lässt sie durch die vergoldeten Zwiebelkuppeln die Mathildenhöhe im Gesamtbild kontrastreich erstrahlen. Vor der Kapelle kann sich dann im großen Wasserlilienbecken der Himmel spiegeln.

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