Mülheim-Saarn

Die Geschichte des Mülheimer Stadtteils Saarn ist eng mit der des einstigen Zisterzienserklosters verbunden, das 1214 gegründet als Kloster Mariensaal gegründet wurde. Zwei Jahre später übernahm der Zisterzienserorden das Kloster.

Das Kloster Saarn hatte Bestand bis 1808, als es im Zuge der Säkularisation aufgelöst wurde. Auf das Areal zog die Königlich-Preußische-Gewehrfabrik, die dort bis 1862 arbeitete und danach wurden dort Tapeten hergestellt. Einige Wirtschaftsgebäude wichen dem Straßenbau der heutigen Bundesstraße 1. 1936 übernahm Mülheim das Kloster und baute es zur Wohnanlage für ältere Menschen um.

Die Klosterkirche ist ein einfacher Saalbau, der später Erweiterungen bekam. Im Inneren sind Wandmalereien zu sehen und es finden Konzerte statt, wie die Saarner Orgeltage. Der westliche Teil des romanischen Langhauses stammt noch aus der Zeit der Gründung des Klosters. Schmuckstücke sind ebenfalls eine spätgotische Pietà, ein Gabelkreuz aus der Zeit um 1400 und die geschnitzten Kirchenbänke.

In den Kellergewölben dient das Kloster auch einer Begegnungsstätte und es wurde ein Klostermuseum eingerichtet, das über die wechselvolle Geschichte des Klosters Saarn berichtet. Im Hof wurde 2010 ein Klostergarten angelegt.

Zwischen dem Kloster Saarn und der Ruhr liegt die Saarn-Mendener Ruhraue mit Wiesen und einem Ruhrstrand. Das Naturschutzgebiet erstreckt sich an beiden Ufern etwa 3,5km entlang der Ruhr. Die Mülheimer Ruhrauen kann man zu Fuß, per Rad oder vom Boot aus entdecken, denn hier schippert die Weiße Flotte entlang.

Saarn pflegt seinen historischen Kern mit der evangelischen Dorfkirche. An der Stelle stand 1683 ein Fachwerkbau, der beispielsweise für Trauerfeiern genutzt wurde. 1778 durfte eine Backsteinkapelle gebaut werden, mit einem Türmchen und einer Glocke. 1851 dann wurde erst die Kirche mit dem Turm gebaut, die 1963 Erweiterungen und eine Umgestaltung erfuhr.

Saarn, dessen alter Kern sich auch „Dorf Saarn“ nennt, zeigt an der rund 1km langen Düsseldorfer Straße einige hübsch sanierte Häuser aus der Gründerzeit und Fachwerkhäuser, älteren Baudatums. Hier verläuft auch die Einkaufsmeile des Ortes, in dem insgesamt rund 23.500 Menschen leben.

An der Düsseldorfer Straße steht recht imposant die ehemalige Lederfabrik Abel. Der Grundstein der Lederfabrik wurde von Carl Abel 1864 mit einer Gerberei gelegt. 1885 kam ein Fabrikantenwohnhaus hinzu, später eine Falzerei, Trockenräume, ein Kesselhaus und eine Chromgerberei. Man produzierte bis 1968. Seit 2003 ist die Lederfabrik ein Leder- und Gerbermuseum. Im Museum erfährt man nicht nur alles über den Prozess von der Kuh bis zum Handschuh, sondern auch etwas zu den Arbeitsbedingungen der Fabrikarbeiter oder über die Ruhr und den Einsatz von Gerbstoffen.

Regionaler Bezug:

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