Mönchbruch

Der Mönchbruch ist mit einer Fläche von 937ha das zweitgrößte Naturschutzgebiet Hessens und liegt westlich von Mörfelden. Der Mönchbruch wird von der Bundesstraße B 486 durchquert und an ihr liegt das Jagdschloss Mönchbruch mit der ehemaligen Mönchbruchmühle.

Der Landgraf Ernst Ludwig von Hessen-Darmstadt (1667-1739) ließ sich, jagdbegeistert wie er war, im heutigen Naturschutzgebiet das Jagdschloss Mönchbruch errichten. Seinerzeit führte er nach französischem Vorbild die Parforce-Jagd ein, das bedeutet: mit Gewalt, und meint eine Hetzjagd, bei der Hunde Reiter begleiten. Das Gelände musste von daher recht eben und für schnelle Ritte geeignet sein. Zudem brauchte es Schneisen, die vom Jagdschloss sternförmig aus gingen. Man schaffte Damwild heran und los ging der tödliche Trubel. Noch heute wird zu festgelegten Zeiten dort nicht nur auf Damwild angelegt.

Nahe dem Hotelbetrieb der Mönchbruchmühle entstanden in den barocken Pavillons Gästehäuser. Seit 2010 kann man sich in einem Trauzimmer des Jagdschlosses das Ja-Wort geben. Im Garten oder in der Gastronomie kann dann gefeiert werden. Zum Ensemble gehören das Hotel, ein Restaurant und ein Biergarten. Man sieht unter anderem einen sehr lang gestreckten Fachwerkbau, eingeschossig unter einem großen Mansarddach. Das ist in der Mitte über der Toreinfahrt bekrönt mit einem Türmchen. Der Bau hat zwei kürzere Flügel, die zusammen mit den drei Pavillons einen Innenhof bilden. Die barocken Pavillons sind ebenfalls eingeschossig, haben Fenster mit Schlagläden und je ein hohes Mansarddach. Sie tragen schöne Namen wie Jägerbau oder Kavalierbau.

Das Naturschutzgebiet Mönchbruch ist sicherlich das lauteste Deutschlands, denn es liegt nur 3km Luftlinie von der Startbahn West entfernt und hier düsen sie fast im Minutentakt über das Gelände. Das scheint die Flora, Fauna, Jogger und Mönchbruchliebhaber insgesamt weniger zu beeindrucken. Lärmbelästigung und Abgase beeinträchtigen wohl schon, aber man hat sich wohl dran gewöhnt. Zumindest lässt die hohe Artenvielfalt den Schluss zu. Von den rund 540 gezählten Pflanzenarten stehen etwa 60 auf der Roten Liste. Schwarzmilane, Eisvögel, Kanadagänse oder Störche lassen sich hier sehen.

Vom Aussichtsturm in der Nähe des Jagdschlosses Mönchbruch kann man in der Dämmerung wenn man Glück hat Damwild oder Schwarzwild beobachten. Zudem ist der Mönchbruch eines der letzten großen Feuchtgebiete Hessens.

Der Mönchbruchweiher nahe dem Jagdschloss und dem Aussichtsturm ist ein Tummelplatz für Nutrias (Biberratten), die sind teilweise handzahm, da sie – unerwünschterweise – von Menschen gefüttert werden. Manche der kleinen Nager scheinen regelrecht drauf zu warten, doch sie sollen essen, was artgerecht auf ihren Tisch kommt.

Die siebte Etappe der Regionalpark-Rundroute Rhein-Main kommt im Naturschutzgebiet Mönchbruch an und die achte startet dort. Die siebte Etappe beginnt in Langen am Freizeit- und Familienbad, misst 26km und endet am Jagdschloss, wo man sich dann auch gleich verwöhnen lassen kann. Die achte Etappe beginnt dort und führt einen über 24km bis zur Mainspitze nach Gustavsburg. Zuerst geht man ein Stück Mönchbruchpfad und biegt dann in die Blechschneise. Dort kommt man an den Körnerlinden vorbei und bewegt sich in Richtung A 67 und Nauheim.

Südlich vom Naturschutzgebiet Mönchbruch und vor Groß-Gerau liegen die Naturschutzgebiete Sauergrund und Niederwald sowie der Staatsforst Groß-Gerau. Zum Wandergebiet Mönchbruch-Dreieich zählt nördlich von Groß-Gerau die Heimstättensiedlung. Dort hatten die Amerikaner mal ein Theater.

Die Heimstättensiedlung wird von Groß-Gerau durch die A 67 getrennt und an der liegt weithin leuchtend blau sichtbar, das 40m hohe, vollautomatische Hochregallager der Wickinger. Mit 15.000 computergesteuerten Paletten ist es eines der größten Lagergebäude in Deutschland. Am Ort entstehen die berühmten Wick-Hustenbonbons und Zahnpflegeprodukte von Blend-a-med und Oral-B. Der Standort gehört zur Procter&Gamble Company mit Hauptsitz in Cincinnati, Ohio (USA). Der Konsumgüter-Konzern hat eine seiner 70 Vertretungen in Groß-Gerau. Markenartikel von Ariel über Gillette bis zu Pampers und Wick zählen zum Konzern.

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