Kapellenberg (Taunus)

Der Kapellenberg (292m) liegt nordwestlich von Hofheim im Main-Taunus. Seine Siedlungsgeschichte reicht bis in die Jungsteinzeit zurück, wovon einige Gräber zeugen. Rund um den Kapellenberg zeichnet sich im Boden eine Ringwallanlage ab, die den größten Teil des Bergrückens umschließt. Die beiden Grabanlagen auf dem höchsten Punkt des Kapellenberges wurden der schnurkeramischen Kultur (von ca. 2800 bis 2200 v.Chr.) zugeordnet.

Auf dem höchsten Punkt des Kapellenbergs steht der Meisterturm, dessen hölzerner Vorgänger 1895 errichtet und am Ende durch einen Blitz zerstört wurde, bevor der jetzige Meisterturm aus Stahl sich ab 1929 in den Taunushimmel schrauben konnte. In dem Stahlfachwerk auf viereckigem Grundriss führt eine Wendeltreppe zur ganzjährig geöffneten, überdachten Aussichtsplattform in 35m Höhe.

Vom Meisterturm aus lässt es sich hervorragend rundum Blicken. Gen Süden über das Rhein-Main-Gebiet und bei guter Sicht bis in den Odenwald. In der Gegenrichtung zeichnen sich die Höhenzüge des Taunus mit dem Großen Feldberg (881m) ab. Wieder unten angelangt, kann man sich in einem Ausflugslokal erfrischen lassen.

Von Nord nach Süd verläuft auf dem Kapellenberg der Königsteiner Weg, auch Hohe Schneise genannt. Nahe diesem wurde nördlich das Königsteiner Kreuz aus rotem Sandstein 1792 von Hofheimern gestiftet. Hier treffen sich Wallfahrer aus Königstein und Hofheim. Gemeinsam pilgern sie zur Kapelle, die dem Berg den Namen gab.

Südlich des Meisterturms befindet sich die Bergkapelle, die aufgrund eines Gelöbnisses entstand. Das wurde zu Zeiten der Pest ausgesprochen. Da die Hofheimer davon verschont blieben, begannen sie 1666 mit den Bauvorbereitungen der Marien-Kapelle. Die erste Kapelle war ein Fachwerkbau. Nachdem immer mehr Pilger herbei strömten, konnte 1784 eine größere Kapelle geweiht werden. 1851-57 fand eine Erneuerung der Bergkapelle statt. Die Treppe kam 1916 dazu, an welcher vier Stationen eines alten Kreuzweges postiert sind. Im Inneren sind Holzfiguren und Skulpturen von Heiligen zu bewundern, die aus dem frühen 18. Jahrhundert stammen.

Ganz in der Nähe befinden sich Überreste eines frührömischen Wach- und Beobachtungsturms und eine kleine Rundschanze. Noch ein Stückchen weiter südlich, außerhalb des Walls, steht am Westhang des Kapellenbergs der Cohausentempel. Der Cohausentempel entstand 1910 zur Erinnerung an Karl August von Cohausen, einem Landeskonservator von Hessen-Nassau, der sich insbesondere der Erforschung der Ringwälle im Taunus gewidmet hat. Das Tempelchen ist kubisch in der Formensprache des Darmstädter Jugendstils gebaut und an drei Seiten offen. Obenauf hat es ein Kupferdach und vor dem Tempel ist ein kleiner Platz. Von hier oben genießt man eine fantastische Aussicht! Der Aufstieg lohnt sich.