Köln-Vingst

Eingerahmt vom Gremberger Wäldchen im Süden und der Merheimer Heide im Norden liegt der Kölner Stadtteil Vingst auf der Schäl Sick. Was zunächst so romantisch klingt, zeigt sich allerdings in der Realität nicht ganz so malerisch. Die Stadt Köln selbst nennt Vingst ein Viertel mit Erneuerungsbedarf. Vingst war über Jahrhunderte eine bäuerliche Siedlung, die der Abtei Deutz gehörte.

Der älteste noch erhaltene Hof ist der Vingster Hof in der Kluthstraße am Heßhofplatz. Der Vingster Hof, manchmal auch Hospitalhof genannt, wurde vor 1180 erbaut und kam 1804 nach der Säkularisation der Abtei Deutz in private Hand. 1979-82 wurde der Vingster Hof in eine Eigentumswohnanlage umgebaut.

Geht man vom Heßhofplatz die Burgstraße nordwärts (Richtung Höhenberg), kommt man zur katholischen Pfarrkirche St. Theodor. Kriegsschäden und ein Erdbeben hatten dem Vorgängerbau aus den 1930er Jahren so zugesetzt, dass er als einsturzgefährdet galt und 1992 abgerissen wurde. 2002 wurde die neue St. Theodor Kirche geweiht, ein sandfarbener zylindrischer Baukörper aus Leichtbeton. Aus ihm ragt dunkel der quadratische Turm der Vorgängerkirche heraus, der 1955 erbaut wurde.

Am südöstlichen Ende von Vingst liegt das Naturbad Vingst, gerne auch Vingster Baggerloch genannt. Wildpflanzenstauden rahmen das schöne Bad ein. Wenn ab Herbst das Freibad für den Badebetrieb geschlossen ist, werden von einem sozialen Projektträger verschiedene Outdoor- und Fitnessprogramme angeboten.

Oberhalb des Vingster Baggerlochs erhebt sich auf stolze 64m ü. NN der Vingster Berg, der aus Kriegstrümmern nach dem Zweiten Weltkrieg aufgeschüttet wurde und vor Ort gerne auch Adenauer-Hügel genannt wird. Der bereits auf Ostheimer Gemarkung liegende Vingster Berg ist Teil eines mit Spazierwegen durchzogenen Grüngürtels, der sich immer wieder von bebauten Flächen unterbrochen im Prinzip von der Merheimer Heide bis zu den Poller Wiesen am Rhein zieht.

Geht man weiter ostwärts, kommt man über die Ostheimer und die Rösrather Straße zur katholischen Servatius-Kirche in Ostheim. Die neugotische Backsteinkirche entstand 1906-09 und ersetzte eine Kapelle aus dem frühen 18. Jahrhundert. Auf der Schwelle zur Sakristei ist ein Stein der alten Kapelle mit der eingehauenen Jahreszahl 1707 zu sehen.