Köln-Flittard

Flittard liegt am Nordrand der Schäl Sick und gibt sich faktisch die Hand mit der Kernstadt von Leverkusen. Die beiden Orte teilen sich den Carl-Duisberg-Park, der auf dem Werksgelände der Bayer AG liegt. Höhepunkt des Duisberg-Parks ist der Japanische Garten, der 2006 zu einem der zehn schönsten Gärten Deutschlands gewählt wurde. Und was soll man sagen: diese Gartenperle liegt tatsächlich zu guten Teilen auf Kölner Boden.

Etwas ursprünglicher als der gepflegte Garten im Carl-Duisberg-Park ist die Flittarder Rheinaue. Hier wurde ein 180ha großer, naturbelassener Gleithangbereich des Rheins, der typische Auenelemente aufweist und regelmäßig bei Hochwasser überschwemmt wird, als Naturschutzgebiet ausgewiesen.

Das ehemalige Fischerdorf Flittard mit dem alten Ortskern aus kleinen, ländlichen Häusern ist heute vor allem geprägt durch Wohnbauten aus den 1920er und 1930er Jahren. Ältestes Wohngebäude ist der Bongartzhof von 1715 in der Hubertusstraße, ein Fachwerkbau kombiniert mit Backsteinen und einem tiefen Walmdach.

Weitere denkmalgeschützte Hofanlagen sind der Scheuerhof im Grünen Kuhweg und der Paulinenhof in der Leverkusener Straße. Der Paulinenhof geht zurück auf Graf Franz Egon von Fürstenberg-Stammheim, der anno 1818 das Stammheimer Schloss kaufte, und 1828 den zugehörigen Fronhof in Flittard. Zu Ehren seiner Frau Pauline benannte er den Fronhof in Paulinenhof um. Rund um den Paulinenhof liegt seit 1991 der Golfplatz Leverkusen, der das kleine Waldgebiet Mädchenbusch umschließt.

In der Hubertusstraße steht die katholische Pfarrkirche St. Hubertus, das älteste Gebäude von Flittard. Der West-Turm stammt noch aus dem 12. Jahrhundert und wurde im Verlauf der Jahre durch einen gotischen Knickhelm ergänzt. Das Kirchenschiff entstand 1896-97 als Stufenhalle im neo-romanischen Stil. Die Pfarrkirche St. Hubertus steht samt Kirchhof unter Denkmalschutz. Ebenfalls denkmalgeschützt ist die zweite Kirche des Ortes, die Kirche St. Pius X. samt ihren Pfarrbauten in der René-Bohn-Straße.

Sehenswert ist auch ein wesentlich jüngeres Bauwerk in Flittard: In der Egonstraße steht die einzige erhaltene Telegrafenstation der preußischen Übermittlungsstrecke Berlin-Koblenz, die 1833-48 in Betrieb war. Bei guten Sichtverhältnissen konnten hier Nachrichten innerhalb von zwei Stunden von Koblenz nach Berlin übermittelt werden. Die preußische Telegrafenstation ist im Privatbesitz und als technisches Denkmal ausgewiesen.