Hohenhain (Freudenberg)

Hohenhain ist einer der zahlreichen dörflich geprägten Ortsteile Freudenbergs und zugleich der am weitesten nordwestlich gelegene. Der Name des Ortes lautete ursprünglich Hoogen Han, was sich in etwa mit einer hoch gelegenen Rodung übersetzen lässt. Und mit seinen 433 Metern liegt Hohenhain auch tatsächlich rund 100 Meter höher als Freudenberg.

Direkt am südöstlichen Ortsausgang ist die Alte Schanze zu finden, auch Dicker Schlag Hohenhain genannt. Zu beiden Seiten der heutigen Landstraße sind noch deutlich die Überreste der Schanzanlage zu sehen, die als Kölsches Heck das evangelische Siegerland gegen das katholische Sauerland abgrenzte. Kein anderer Durchgang dieser mächtigen Landhecke war so stark gesichert wie der Hohenhainer Schlag.

Schon im 15. Jahrhundert war Hohenhain durch seine Lage ein wichtiger Verkehrsknotenpunkt. Wie viel Verkehr über diese Strecke lief, lässt sich auch daran ersehen, dass um 1800 gleich drei Wirts- bzw. Gasthäuser in dem kleinen Örtchen existierten, die den Fuhrleuten nach dem anstrengenden Aufstieg auf die Höhe eine Rast ermöglichten. Auch spezielle Vorspannpferde wurden hier vorgehalten, um schwere Wagenladungen etwas leichter bergauf zu transportieren.

Weitaus bequemer war da die Fahrt mit der Eisenbahn. Anfang des 20. Jahrhunderts wurde mit dem Eisenbahntunnel bei Hohenhain die Lücke im Schienennetz zwischen Freudenberg und Rothemühle geschlossen. Im Oktober 1907 wurde der 400m lange Tunnel nach etwas über einem Jahr Bauzeit in Betrieb genommen, wodurch die Straße ihre Bedeutung weitgehend verlor. Doch sollte es keine achtzig Jahre dauern, bis der Bahnbetrieb auf dieser Strecke wieder eingestellt wurde. In den 1980er Jahren wurden die Gleise abgebaut, und es sollte bis 2004 dauern, bis der Tunnel zu neuen Ehren kam. Heute führt der Sieg-Bigge-Radweg durch den Hohenhainer Tunnel, der tagsüber elektrisch beleuchtet ist.

Steigt man von Hohenhain aus den nördlichen Berghang in das Gambachtal hinunter, kann man die Nachbildung eines frühmittelalterlichen Schmelzofens besichtigen. Und auch die Natur rundherum ist einen Besuch wert. Denn das Gambachtal ist mit seinen Eichen- und Buchenwäldern und den unverbauten Auenbereichen ein attraktives Naturschutzgebiet.

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