Hesselbergpfad (ab Gerolfingen)


Erstellt von: Tom - Wanderatlas Redaktion
Streckenlänge: 9 km
Gehzeit o. Pause: 2 Std. 13 Min.
Höhenmeter ca. ↑274m  ↓274m
Kein Wegzeichen hinterlegt

Der Hesselberg (689m) ist der höchste Berg in Mittelfranken und immer ein schönes Wanderziel, gibt’s doch vom Gipfel einen weiten Blick über die Landschaft der Fränkischen Alb. Der Hesselberg liegt nördlich des Franken- und Schwabenalb trennenden Kraters des Nördlinger Ries. Wir nehmen den Aufstieg ab Gerolfingen.

Gerolfingen liegt im Wörnitztal. Wir starten in der Hauptstraße gegenüber dem Gasthof zum Goldenen Löwen und gehen durch die Pfarrstraße zum Gerolfinger Weiher, einem kleinen Badesee mit Sandbucht.

Am Gerolfinger Weiher verlassen wir Gerolfingen und wandern mal mäßig, mal steiler bergauf zum Evangelischen Bildungszentrum. Die geht zurück auf die 1951 gegründete Volkshochschule Hesselberg. Gleichzeitig mit der Eröffnung wurde der erste Bayerische Evangelische Kirchentag am Hesselberg gefeiert. Bis heute findet dieses Treffen von Christen aus ganz Bayern auf dem gleichen Platz am Hesselberg statt.

Am Evangelischen Bildungszentrum halten wir uns links und tauchen kurz ein in den Wald, um dann über die steinernen Stufen hinauf auf den Hesselberg zu steigen. Die westliche Hochfläche mit ihren dolinenartigen Vertiefungen, vielen Hecken und Sträuchern und einigen Aussichtspunkten hat ein besonders ursprüngliches Aussehen.

Das zentrale Gipfelplateau mit dem Sendeturm ist seit 1994 wieder größtenteils zugänglich; zuvor war hier ein militärisch abgesperrter Bereich der US-amerikanischen Streitkräfte. Touristisch am bedeutendsten ist die als Osterwiese bezeichnete, waldfreie, östliche Hochfläche. Dieser Abschnitt dient als Startplatz für Modellflugzeuge und Drachenflieger und als Aussichtsplattform zum Wandern und Flanieren. An besonders klaren Tagen kann man bis zu den Alpen und zur Zugspitze schauen.

Am Ende der Osterwiese halten wir uns rechts und folgen erst der Lindenallee, dann dem Pfad zum Bildungszentrum und begeben uns wieder auf die Rücktour.

Kelten, Römer, Alamannen, Franken: Seit Jahrtausenden ist der Hesselberg aufgrund seiner Prominenz in der Landschaft ein wichtiges Ziel. In jüngerer Zeit hatten das auch die immer nach mächtigen Symbolen suchenden Nazis erkannt. Der fränkische Gauleiter Julius Streicher, der sich selbst zum Frankenführer stilisierte, hielt auf dem Hesselberg 1933-39 jährlich die Frankentage ab. Bis zu 100.000 Besucher hörten auf der Osterwiese die antisemitischen Reden Streichers. Zweimal besuchte Hermann Göring die Frankentage als Redner. Von den weiteren Plänen der Nazis wurde nur wenig verwirklicht: die Hermann-Göring-Straße auf dem Berg oder ein riesiges Hakenkreuz auf der Südseite. Weder die Adolf-Hitler-Schule, noch das geplante riesige Julius-Streicher-Denkmal auf dem Gipfel kamen zustande.

Bildnachweis: Von Derzno [CC BY-SA 4.0] via Wikimedia Commons

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