Hanau-Mittelbuchen

Ein Zünglein an der Wage war jener Gemeindevertreter, der sich Ende 1971 für die Angliederung Mittelbuchens an Hanau entschieden hat. Denn nur mit einer Stimme Mehrheit ging der Ort als nördlichster, kleinster und ältester in die Stadt Hanau ein. Zur Auswahl standen das südwestlich gelegene Maintal und das östlich benachbarte Bruchköbel. Mittelbuchen liegt auf einer Höhe von 116m ü. NN, 5,5km vom Stadtkern Hanaus entfernt, dazwischen liegt der Bruchköbeler Forst.

Bodenfunde verweisen auf eine Besiedelung schon in der Steinzeit. Sichtbare Spuren hinterließen die Römer gegen Ende des 1. Jahrhunderts und Grabfunde verweisen auf eine fränkische Besiedelung im Bereich des heutigen Ortes, der vermutlich 798 erstmals urkundlich erwähnt wurde. Südlich von Mittelbuchen in Richtung Kinzigtaler Hof bot eine mittelalterliche Wallanlage der Bevölkerung Schutz. Von der sogenannten Altenburg ist heute allerdings nicht mehr allzuviel zu sehen.

1363 wurde eine Kirche erwähnt, dem heiligen Bonifatius gewidmet. Bereits im 12. Jahrhundert hat am Standort der heute evangelischen Bonifatiuskirche ein Gotteshaus gestanden. Es gibt Originaldokumente, worin steht, dass für eine Bußleistung 800 Tage Ablass aus dem Fegefeuer erworben werden konnte. Der Kirchturm mit der ihn umgebender Mauer diente auch als Wehrturm und dem Schutz gegen Angriffe. Im erhaltenen Eingangsportal des Turmes ist die Jahreszahl 1494 in Stein verewigt.

Nicht eine Sau stand Pate für den schlanken Säuturm in der Alten Rathausstraße in Mittelbuchen, sondern die säulenartige Bauweise. Der Säuturm mit dem Obertor, das wie auf Plateausohlen steht, unten Stein oben Fachwerk, war ein Teil der mittelalterlichen wehrhaften Ortsbefestigung und wird 1535 erwähnt. Das eingeschossige Fachwerkhaus auf den hohen Mauern und über dem spitzbogigem Tor diente bis 1828 als Wachstube. Zwischen dem Tor und dem Säuturm wurde wohl im gleichen Jahr die Baulücke geschlossen und das Torhaus entstand.

Im Torhaus befindet sich seit 1998 das Heimatmuseum von Mittelbuchen. Sehenswert ist natürlich das Fachwerkhäuschen selbst und die Ausstellungen. Im Erdgschoss wird die Besiedelungsgeschichte wach gehalten, Exponate und Beispiele der bäuerlichen Kultur erwarten den Gast im Obergeschoss. In den Torzimmern wird die Geschichte Wilhelmsbads gezeigt, ebenso die Tradition der Diamantschleifer und der Obstanbau. Ergänzt wird die Ausstellung durch Funde der in der Gemarkung entdeckten beiden Kastelle.