Hüttenberg (Hessen)

Die Gemeinde Hüttenberg liegt am Nordrand des Hochtaunus unweit von Wetzlar und der Lahn. Bereits die Kelten machten aus Hüttenberg einen Gerichtsbezirks und hielten Gericht auf dem gleichnamigen kleinen Höhenrücken, der der Region wohl den Namen gegeben hat.

Überregional bekannt ist Hüttenberg aber eher wegen den ansässigen Produzenten eines typisch hessischen Spezialität: Handkäse. Vier von den landesweit sechs Handkäse-Produzenten sitzen in Hüttenberg und produzieren den Sauermilchkäse, der ursprünglich mit der Hand – wie eine Frikadelle – geformt wurde und daher seine Größe und seinen Namen erhielt. Als Handkäse mit Musik – idiomatisch korrekt als Haandkäs mid Mussig ausgesprochen – gehört er zu Hessen wie die Weißwurst zu Bayern.

Als 13jähriger kam Paul Schneider 1910 nach Hüttenberg und verbrachte hier seine Jugend. Er war Mitglied der Bekennenden Kirche und gilt nach Dietrich Bonhoeffer als erster evangelischer Märtyrer. Die DDR widmete ihm eine Briefmarke, die London Times einen Artikel und Papst Johanns Paul II. würdigte den evangelischen (!) Christen im Jahr 2000 im Römer Colosseum. Schneider wurde bekannt als Prediger von Buchenwald. Er verkündigte Gottes Wort trotz schwerster Folter, bis ihn der Lagerarzt mit einer Überdosis an Medikamenten tötete.