Goldstadttour: Grenzwegerfahrung im Pforzheimer Süden und die sagenumwobene Leuchtertanne


Erstellt von: Sigi2910
Streckenlänge: 12 km
Gehzeit o. Pause: 3 Std. 0 Min.
Höhenmeter ca. ↑354m  ↓354m
Kein Wegzeichen hinterlegt

Willkommen zu einer schmucken Wanderung rund um den Pforzheimer Höhenstadtteil Hohenwart. Startpunkt ist in der Schönbornstraße bei den letzten Häusern des Ortes. Zunächst spazieren wir die paar Meter zum Hohenwart-Forum runter, dort geht es dann rechts in den Wald. Auf dem Waldbronnweg geht es in nordöstlicher Richtung leicht bergab. Wir streifen zuerst einen Brunnen, den Waldbronn, und kommen gleich darauf an einer restaurierten Wildmauer vorbei.

Wildmauern grenzten in früheren Zeiten die Felder vom Wald ab und dienten dazu, Äcker und Wiesen vor Wildschäden zu schützen. Etwas weiter unten gabelt sich der Weg, wir wählen die halbrechte Variante und sind jetzt auf dem Grenzweg; einem schmalen Pfad. Nahezu eben geht es nun hin, bis wir auf den Hasenackerweg treffen, dem wir ein wenig folgen, ehe der Grenzweg wieder links ab geht und zur Wolfsgrube führt. Sie wurde im 17. Jahrhundert ausgehoben; damals gab es in der Region noch sehr viele Wölfe und vor allem in der Zeit nach dem Dreißigjährigen Krieg ist von einer regelrechten Wolfsplage zu sprechen.

Wir gehen jetzt wieder auf dem schmalen Grenzweg weiter, passieren Kienles Wiesenklinge und queren den alten Heuweg, ehe wir in sanftem Bogen das Köpfle umrunden. Bald endet der Grenzweg an der Imeßklinge und wir wechseln auf den Emesweg über. Weiter spannt sich der Bogen um das Köpfle und bietet auch noch eine Überraschung: Rechts drüben im Wald wird es plötzlich laut und wir erkennen eine Rotte Wildschweine. Die Kurs auf den Emesweg und damit uns nimmt. Der Wind steht wohl ungünstig, die Schwarzkittel haben uns nicht auf ihrem Radar. Zur Sicherheit spreche ich die Tiere mal an, was sich aber als unnötig erweist: Leo hat schon Witterung aufgenommen und vermeldet lautstark, was er davon hält. Ein Ruck geht durch die Rotte und sie suchen in entgegen gesetzter Richtung das Weite. Glück gehabt, direkter Kontakt wurde vermieden.

Wir gehen erleichtert weiter und erreichen bald die Landesstraße, die wir queren. Über den Mädachweg und den alten Kirchenweg kommen wir zum Hochbehälter beim Nachbarort Schellbronn. Schnell geht es wieder ab in den Wald, vorbei am Hochbehälterweg geht es mit der blauen Raute entlang des Feriendorfes leicht bergab. An der nächsten Kreuzung verlassen wir die blaue Raute schon wieder und gehen halbrechts weiter bergab. Bald erreichen wir die Landesstraße zwischen Hohenwart und Unterreichenbach, der wir ein paar wenige Meter folgen, ehe es links ab in den Leuchtertannenweg geht.

Weiter wandern wir bergab, dann wird es ebener und bald erreichen wir eine Kreuzung. Wir bleiben auf dem Leuchtertannenweg und sind nun im Klebwald, einem Bannwald. Schnell ist die Stelle erreicht, an der die sagenumwobene Leuchtertanne, eine Tanne, die mit ihren sieben Gipfeln wie ein Leuchter aussah, stand. Und um sie rankt sich eine Sage, nach der in den Kriegswirren im Jahr 1692 der Messner der Kircehengemeinde von Neuhausen in aller Eile die Kirchengeräte zusammenpackte, unter ihnen ein siebenarmiger Leuchter, auf der Flucht hier im Wald versteckte. Nach Jahren entdeckten Kinder beim Heidelbeeren suchen hier, wo die Gegenstände tatsächlich auch wieder gefunden wurden, eine Tanne, die sich im Laufe der Zeit leuchterartig entwickelte und ihren Wuchs mit sieben Gipfeln beendete, der sogenannten Leuchtertanne.

Leider sieht man heute von der Leuchtertanne nichts mehr, in den Fünfzigerjahren des vorigen Jahrhunderts musste sie gefällt werden. Wir wandern nun Richtung Beutelsklinge weiter, lassen später aber den Oberen Klebweg alleine hinunter zur Beutelsklinge führen und gehen nun auf dem Sickinbrunnenweg weiter. Es geht nun leicht bergan, wir streben den Sickinbrunnenäckern zu, bevor wir aber den Waldrand erreichen, geht es nach links weg. Schnell sind wir an den Feuchtbiotopen, die Leo natürlich zu einem Erfrischungsbad nutzt. Anfang März ist das Wasser zwar noch recht kalt, aber wer so ein dickes Fell hat…

Wir steigen in der Folge bergan, kreuzen die Alte Huchenfelder Straße und genießen in der Folge den Waldrandweg bei den Sickinbrunnenäckern. Mit Blick auf die Hohe Warte, die ganz weit hinten grüßt, gehen wir den an der Huchenfelder Straße aufgeschütteten Wall entlang, überklettern ihn, überqueren die Landstraße und sind plötzlich mitten im Hohenwart Forum. Quer durch führt uns nun unser Weg, dann steuern wir über die Wiesen den Hohenwarter Friedhof an, wo übrigens auch einige Parkplätze zur Verfügung stehen. Die Straße Im Grund ist erreicht und sie führt uns nun hinunter zur Schönbornstraße, zum Ausgangspunkt unserer Goldstadttour mit Grenzwegerfahrung.

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