Goldstadttour: Der Simmozheimer Gasthausbrauer, die Ochsenstraße und Ostelsheim


Erstellt von: Sigi2910
Streckenlänge: 12 km
Gehzeit o. Pause: 3 Std. 2 Min.
Höhenmeter ca. ↑307m  ↓307m
Kein Wegzeichen hinterlegt

Unsere schmucke Goldstadttour im Heckengäu startet heute in Simmozheim, dessen erste urkundliche Erwähnung aus dem Jahr 985 unter dem Namen "Sigesmundesheim" stammt. Wir beginnen unsere Wanderung nahe der Gasthausbrauerei Mönchswasen ( http://www.moenchwasen.com/ ). Zunächst geht es ein paar Meter am Mönchgraben entlang, dann treffen wir auf die Anliegerstraße, die hinauf nach Büchelbronn führt – und gleichzeitig auf den Gäurandweg, dem „Hauptwanderweg 5 Schwarzwald – Schwäbische Alb – Allgäu“, einem 311 Kilometer langen Fernwanderweg von Pforzheim bis auf den 1118 Meter hohen Schwarzen Grat im Landkreis Ravensburg.

So weit wollen wir nicht, wir steigen jetzt erst einmal hinauf nach Büchelbronn und bleiben auch danach auf dem Gäurandweg. Vorbei an der Moldenhau kommen wir über den Köpflesweg zur Stockau und gehen auf dem Hubweg weiter. Wir kreuzen den Ostelsheimer Weg, haben rechts unter uns Althengstett. Auf grasigem Weg geht es durch die Felder, dann auf schmalem Pfad durch den Wald, weiter am Waldrand entlang und dann wird die Landstraße überquert. Weiter geht es auf dem Gäurandweg, wieder sehen wir rechterhand Althengstett grüßen, links scheint man in einem Aussiedlerhof im Stängele 1 im Hofladen einkaufen zu können. Pferde sind hier auch daheim, das stellen wir im weiteren Verlauf des Gäurandweges fest, als uns ein paar der Vierbeiner neugierig nachschauen. Bald erreichen wir die Ochsenstraße, hier verlassen wir den Gäurandweg.

Es geht rechts weg, wir nehmen nun auf dem Kamm Kurs Richtung Ostelsheim. Dabei genießen wir links und rechts die schöne Aussicht, bevor wir in die östlichste Gemeinde des Landkreises Calw, die eine alemannische Gründung auf dem vierten Jahrhundert ist, hinab. Wir durchwandern den 1357 zusammen mit Böblingen zur Grafschaft Württemberg gekommenen Ort und steigen dann auf der anderen Talseite wieder bergan. Der Weg führt durch eine Bahnunterführung, die freilich schon etwas verwildert aussieht. Kunststück: Die ehemalige "Württembergischen Schwarzwaldbahn" von Stuttgart über Weil der Stadt und Calw nach Nagold ist längst stillgelegt, wächst nicht nur hier schon zu. 1872 eröffnet wurde der Personenverkehr 1983 eingestellt. Nach einem Erdrutsch beim Tunnel bei Althengstett wurde dann auch der zunähst noch aufrecht erhaltene Güterverkehr aufgegeben, die Strecke stillgelegt. Wegen der besonderen Topographie fuhr die Bahn dereinst über viele Dämme, tiefe Einschnitte und auch Tunnel und umkreiste dabei zum Beispiel hier ganz in der Nähe den Hacksberg bei Dätzingen in einem über 30 Meter tiefen Einschnitt.

Derzeit laufen übrigens Bemühungen, die Bahnstrecke unter dem Namen Hermann-Hesse-Bahn wieder zum Leben zu erwecken. Der Calwer Kreistag hat im Oktober 2013 die Mittel für die Ausschreibung der erforderlichen Planungsleistungen in Höhe von rund 2,4 Millionen Euro freigegeben und die baden-württembergische Landesregierung hat im Mai 2014 zugesagt, 50 Prozent der Kosten für die Reaktivierung der Schwarzwaldbahn von Weil der Stadt nach Calw zu übernehmen. Mal sehen, was draus wird. Wir steigen jedenfalls am Simmozheimer Berg weiter bergan, hinauf zum Predigtplatz und drüben hinunter zurück nach Simmozheim und dort schließt sich im Mönchgraben der Wanderkreis – und wir halten fröhliche Einkehr in der Gasthofbrauerei.

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