Freiburg im Breisgau: Altstadt-Rundgang (mit Schlossbergturm)


Erstellt von: Tom - Wanderatlas Redaktion
Streckenlänge: 6 km
Gehzeit o. Pause: 1 Std. 39 Min.
Höhenmeter ca. ↑244m  ↓244m
Kein Wegzeichen hinterlegt

Freiburg im Breisgau kann sich glücklich schätzen. Es hat gute Voraussetzungen durch seine Lage im Süden Deutschlands mit viel Sonne, es wächst der Wein und der Geist ebenso, dafür leben in der Stadt auch rund 30.000 Studierende. Seit 1457 ist Freiburg Uni-Stadt. Seit 1120 ist es überhaupt eine Stadt, besiedelt war es schon davor. Die Baudenkmäler kann man gar nicht alle zählen. Das besondere Feeling entsteht mit seinen Bächlen und Gässlen zwischen den alten Mauern mit den unterschiedlichen Menschen.

Da tauchen wir jetzt ein. Vom Bahnhof aus atmen wir Freiburg an der Dreisam mit dem historischen Altstadtkern. Man kann gar nicht alles aufzählen. Bei der Stühlingerbrücke nehmen wir die Bertholdstraße. Das Konzerthaus Freiburg, 1996 in moderner Optik mit Asymmetrie erbaut, ist rechterhand, gleich dahinter das Theater Freiburg im Kontrast. Es ist das älteste und größte von Freiburg und vereint vier Spielstätten.

Am Rotteckring tauchen wir weiter in die Altstadt ein, am Platz der Universität. Hier war einst eine Synagoge. An sie erinnert heute ein Wassertisch, der das Fundament der Alten Synagoge in der Fläche aufgreift, im Hintergrund spiegelt sich der moderne Bau der Unibibliothek. Ringsrum ist viel Uni. 

Zum Beispiel auch die Universitätskirche (ehemalige Jesuitenkirche), die Alte Universität und das Uniseum. Die Universitätskirche mit Pilastern und Volutengiebel wurde 1701 fertig und nach dem 2. Weltkrieg wieder hergerichtet. Der Innenraum erstrahlt in Weiß, sehr schön.

Das Uniseum Freiburg am Ende des Gebäudes an der Bertholdstraße ist das Museum der Uni. Man erfährt auf 1.000m² die Hochschulgeschichte Freiburgs, die mit der Gründung der Albert-Ludwigs-Universität 1475 begann. Knapp 25.000 Studierende sind hier eingeschrieben, studieren Rechtswissenschaften, Medizin, Naturwissenschaften oder Deutsch. 

Es geht zum Rathausplatz. Zwei Häuser wurde durch ein giebelgeschmücktes Säulenportal verbunden, mit Uhr und Dachreiter. Das Ensemble geht auf das 16. Jh. zurück. 1901 wurde das davor durch die Uni genutzte Gebäude zum Neuen Rathaus. Das Alte Rathaus, an seiner kräftigen roten Farbe gut zu unterscheiden, steht gleich daneben und geht ebenfalls auf die Mitte des 16. Jh. zurück. Die Kirche St. Martin wurzelt als Klosterkirche der Franziskaner im 13. Jahrhundert. Ihr Innenraum mit den Säulen wirkt recht kühl.

Auf zum Freiburger Münster mit dem herausragenden Westturm von 116m Höhe als Beispiel gotischer Baukunst. Die Kirche steht auf Fundamentresten aus der Zeit um 1130. Die Kirchengeschichte würde einen eigenen Beitrag rechtfertigen. Der Turm hat auf rund 70m eine Aussichtsplattform.

Wir wollen uns zum Schlossbergturm hinaufschrauben und tun dies durch Passage des Schlossbergrings, vorbei am Greiffenegg-Schlössle, 300m hoch am Schlossberg, oberhalb des Schwabentores, mit Gastronomie und von Weinbergen umgeben. Es geht über den Kanonenplatz und mit jedem Schritt kommen wir höher und erweitern die Aussichten. 

Die Ludwigshöhe ist der Standort der um 1091 entstandenen Burg Freiburg, auch genannt Burghaldenschloss. Man sieht nur noch einen bewachsenen Haufen und ein Stück Halsgraben, denn im 18. Jahrhundert wurde die Festung platt gemacht. Auf dem Burhaldering gelangen wir zum Bismarckturm, der 1900 eingeweiht wurde und am Entwurf „Götterdämmerung“ angelehnt ist – man konnte zu gewissen Ehrentagen oben ein Feuer entzünden. Man kann nicht auf den Turm.

Dafür haben wir dann den Schlossbergturm, der an Spagetti vor dem Kochen erinnert. 2002 wurde er 33,27m hoch mit Douglasienstämmen aufgerichtet. Die wurden allerdings schnell marode. Seit 2017 ersetzt Stahl das Holz, das sich um 153 Stufen dreht. Freiburg liegt rund 180m weiter unten. Der Ausblick ist grandios!

Wir kommen am Tusculum vorbei, einer Pergola am Schlossberg mit Säulen, einer guten Aussicht, aber etwas ungepflegt insgesamt. Nur noch ein Katzensprung bis zur Bergstation der Schlossbergbahn, die im Stadtgarten ihre Talstation hat. Von hier oben, mit oder ohne Besuch der Gastronomie, hat man einen herrlichen Blick über die Freiburger Altstadt und in die Hügel der Vogesen.

Auf dem Rückweg durch die Altstadt kommen wir bei der Neuen Synagoge nahe dem Münsterplatz vorbei, über den Kartoffelmarkt und an vielen Geschäften und zum Grün des Colombiparks mit dem Archäologischen Museum Colombischlössle. Das ist ein Herrenhaus im Tudorstil von 1861 auf dem Gelände einer einstigen Bastion. Das Archäologische Museum ist seit 1983 hier. Auch hier, aber weniger willkommen, ist die Drogenszene – man ist eben nahe am Bahnhof.

Bildnachweis: Von Maksym Kozlenko [CC BY-SA 4.0] via Wikimedia Commons

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