Frankfurter Stadtwald

Der Frankfurter Stadtwald ist ein wichtiger Teil des Frankfurter Grüngürtels und fasst den kommunalen Waldbesitz der Stadt Frankfurt zusammen. Der größte Teil erstreckt sich dabei südlich von Sachsenhausen und ging im 14. Jahrhundert an Frankfurt.

Am Rande des Frankfurter Stadtwalds liegt der Park Louisa zwischen Sachsenhausen und Niederrad, am Luder- oder Königsbach, der hier auch die Gleise der Main-Neckar-Eisenbahn begleitet. Auf dem rund 20ha großen Gelände findet sich auch ein rund 2,5ha großer Waldspielplatz, er war der erste von sechs Waldspielplätzen der Stadt Frankfurt. Der Bankier Simon Moritz von Bethmann ließ sich hier 1812 einen Lustgarten im englischen Landhausstil anlegen und benannte den Park nach seiner Frau Louisa.

Im Stadtwald finden sich einige Stillgewässer als Weiher und Teiche. Das größte Stillgewässer ist der Jacobiweiher mit 6ha Wasserfläche. Er gehört zum Landschaftsschutzgebiet des Frankfurter Grüngürtels. Er liegt südlich des bevorzugten Wohngebiets Lerchesberg.

Um zum Jacobiweiher zu gelangen folge man dem Luder- oder Königsbach auf dem Königsbrunnenweg. Der Königsbach fließt dem Weiher zu. Auf dem Königsbrunnenweg begegnet man dem Königsbrünnchen. Das Königsbrünnchen wurde im 19. Jahrhundert eingefasst und findet sich an der Oberschweinstiege.

Um den Jacobiweiher herum führt der Jacobiweg. Von zwei Weiherarmen umgeben ist dort das Gasthaus Oberschweinstiege und es findet sich in der Nähe eine historische Brunnen- und Kneippanlage. Am Ufer steht auch ein Gedenkstein für den Forstamtsleiter Jacobi.

Südwestlich vom Jacobiweiher ist die Mendelssohnruhe. Der 1909 gestiftete Gedenkstein an einem Waldweg im Oberwald am Rindspfad erinnert an den Komponisten Felix Mendelssohn Bartholdy (1809-1847). Dem voraus ging 1839 ein Fest zu Ehren des Komponisten, dem nachgesagt wurde, einige seiner Werke seien von Spaziergängen im Stadtwald inspiriert worden.

Folgt man dem aus dem Jacobiweiher herausfließenden Königsbach weiter in südöstliche Richtung, kommt man zum Försterwiesenweiher. Der Försterwiesenweiher, ebenfalls im Gebiet von Sachsenhausen, ist ein künstlich angelegter Weiher aus dem Jahr 1958 und nimmt einen Teil des Regenwassers auf, das von der Trasse der Autobahn 3 abfließt.

Gleich in direkter Nachbarschaft ist der Kesselbruchweiher, der 2,4ha misst und zwei Inseln hat, die von Vögeln gerne als Kinderstube genutzt werden. Der Kesselbruchweiher entstand in den 1960er Jahren und war eine Kiesgrube. Als Weiher wurde er künstlich angelegt.

Geht man von hier aus weiter in östlicher Richtung, kommt man zum Scherbelino-Weiher am Monte Scherbelino am Offenbacher Kreuz. Er war mal Frankfurts höchster Müllberg. 18 Mio. Kubikmeter Müll wurden zwischen 1926 und 1968 dorthin gekippt. Seit 1990 ist der Monte Scherbelino nicht mehr der Bevölkerung zugänglich, obwohl diese da gerne im Sommer gegrillt und im Winter gerodelt hat. Bis 2020 soll die Renaturierung abgeschlossen sein.

Bewegt man sich von hier aus in nordöstliche Richtung und überquert die B 3 (Babenhäuser Landstraße) kommt man zum 2ha großen Maunzenweiher an der Sachsenhäuser-Offenbacher Grenze und nahe Offenbach-Lauterborn. Im Weiher sind zwei kleine baumbewachsene Inseln. Es gab zuvor mehrere trichterförmige Kuhlen in dem Gebiet, die dadurch entstanden sind, weil Oberrader Töpferer Lehm für ihre Tonwaren abbauten. Nachdem sie nicht mehr betrieben wurden, liefen sie voll mit Regenwasser und der bereits erwähnte Forstamtleiter Jacobi kam 1928 auf die Idee aus einer Kuhle den Maunzenweiher anzulegen. Etwa 1,5km nordwestlich ist der Standort des Goetheturms, der ebenfalls unter Jacobi geplant wurde und herrliche Ausblicke bietet.

Westlich vom Jacobiweiher in Richtung der Gemarkung von Frankfurt-Niederrad ist der Tiroler Weiher. Er wurde 1950 zur Regulierung des Grundwasserspiegels angelegt. Am Weiher sind drei Skulpturen zu sehen, die das Maskottchen, des Grüngürteltiers inszenieren. Das Tierchen zeigt sich in Schützentracht, was als Anspielung auf einen Schießstand von bayerischen Truppen abzielt, die hier im 19. Jahrhundert geballert haben. Auf einer Jupitersäule am Ufer hockt das Grüngürteltier dann auch noch ganz in Gold. Um diese Säule führt auch der Oberforsthausrundweg.

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