Frankfurt-Zeilsheim

Zeilsheim bildet den westlichsten Zipfel von Frankfurt. Schön ist die Kastanienallee, die von Höchst nach Alt-Zeilsheim führt, ein historischer Ortskern mit ehemaligen Bauernhöfen und winkligen Gässchen.

In dem historischen Kern Alt-Zeilsheim, in der Pfaffenwiese, steht das ehemalige Spritzenhaus (1843), in dem sich das Heimatmuseum befindet. Im Ort führen 28 Tafeln durch die Geschichte, die mit dem Frosch verbunden ist. An der Stelle des Froschbrunnens, das Wahrzeichen des Stadtteils, befand sich einst der Löschteich, in dem viele Frösche konzertierten.

Ins Auge fällt die katholische Pfarrkirche St. Bartholomäus aus dem Jahr 1817-19, die im klassizistischen Stil mit einer Außengliederung durch toskanische Pilaster errichtet wurde und 1932 eine neoklassizistische Erweiterung erhielt durch den Anbau eines Langhauses. Der Turm, man mag es ahnen, stammt aus einer jüngeren Zeit, nämlich aus dem Jahr 1957. Einige Blicke wert sind die Doppeltüren mit Bronzeplatten, die zu einem Lebensbaum zusammengefügt sind. Sie zeigen Szenen aus der Bibel, die sich um das Thema der Befreiung drehen, Noahs Arche und Daniel in der Löwengrube beispielsweise. Vor der Kirche verweist eine Tafel auf die Bonifatius-Route.

Das älteste sakrale Häuschen in Zeilsheim ist die Michaelskapelle aus dem Jahre 1736, wie eine Inschrift auf einem Schlussstein verrät. Durch den oberen Teil der Tür kann man einen Blick in das barocke Kapellchen mit Sandsteinportal werfen.

Um etliches größer ist die Käthe-Kollwitz-Schule. Sie wurde 1901 von den Farbwerken aus Höchst gebaut. Unter Denkmalschutz steht die Kolonie, deren Urheber ebenfalls die Höchst AG war. Die Kolonie gilt als ein gelungenes Beispiel des Arbeitersiedlungsbaus der Wilhelminischen Zeit zu Beginn des 20. Jahrhunderts. Hübsch reihen sich hier die Backsteinhäuser unter ihren Walmdachmützchen aneinander. Die Kirche in der Siedlung wurde 1912 gebaut.

Der Zeilsheimer Park hat andere Geschichte geschrieben, ein Denkmal erinnert daran. Während des Zweiten Weltkriegs befand sich hier das Steinbarackenlager für Kriegsgefangene und Zwangsarbeiter. Die Amerikaner richteten dann das größte Lager für Displaced Persons ein. Von 1945-48 erhielten fast viertausend Überlebende, oft aus polnischen Konzentrationslagern, eine Bleibe für den Übergang, bis sie nach Amerika oder Israel ausreisen konnten.