Frankfurt-Niederrad

Niederrad, ein Frankfurter Stadtteil südlich des Mains, liegt zwischen Schwanheim westlich und Sachsenhausen östlich. Dort bildet der Luderbach eine natürliche Grenze. Bei Niederrad, das 1900 zu Frankfurt kam, liegt die Galopprennbahn, die verwaltungstechnisch jedoch zu Sachsenhausen-Süd zählt, ebenfalls die Commerzbank-Arena (ehemals Waldstadion).

Wer die Geschichte von Niederrad genauer erfahren möchte, kann jemanden vom Bezirksverein Niederrad ansprechen. Der Verein hat in der Schwanheimer Straße 17 ein kleines Heimatmuseum eingerichtet, wo auch den Wäscherinnen und Wäschern gedacht wird. Das Museum befindet sich in einem einstöckigen, fünfachsigen Haus mit einem Krüppelwalmdach und Fenster, die von Schlagläden geziert sind. Neben der Wäscherstube gibt es auch weitere auf alt hergerichtete Räumlichkeiten und einen Museumsgarten.

In Niederrad leben rund 23.800 Menschen, einige von ihnen in der Wohnsiedlung Bruchfeldstraße, die vom Frankfurter Stadtplaner Ernst May im Rahmen des Wohnprojektes Neues Frankfurt wuchs. Die Siedlung Bruchfeldstraße entstand 1926-28 mit 643 Wohneinheiten in strenger Formensprache. Die Horizontale wurde innerhalb der drei Geschosse unter den Flachdächern durch gleichmäßige Fensterbänder erreicht sowie durch das farbliche absetzen des Sockels und der Dachkante. Die Blockbebauung erfolgte versetzt, so dass ein Sägezahneffekt entstand, was der Siedlung den Beinamen „Zickzackhausen“ verlieh.

Die Bruchfeldstraße ist die Hauptstraße in Niederrad und führt von der Galopprennbahn im Osten gen Westen bis zum Haardtwaldplatz. An der Bruchfeldstraße steht auch die katholische Kirche Mutter vom guten Rat aus roten Ziegeln, die sich in die Architektur des Neuen Frankfurts einpasst. Sie stammt aus dem Jahr 1933. Im Inneren ist ein Marienaltar aus dem 15. Jahrhundert.

Nördlich der Bruchfeldstraße in Richtung Unikliniken, Niederräder Ufer und Main liegt der Elli-Lucht-Park. Der rund 3ha große Park ist noch recht jung, was man auch am Baumbestand sehen kann. Die Stadt Frankfurt richtete den Park 1985 ein und benannte ihn nach der Niederräderin und Stifterin Elli Lucht (1906 - 1975). Es finden sich ein Kinderspielplatz im Park und ein Fitness-Parcours für die älteren Herrschaften.

Eine weitere Niederrad durchquerende Straße ist die Kelsterbacher Straße. Dort steht ein Stück Alt-Niederrad mit dem Frauenhof, der sogar einen Torbogen über die Straße schlägt. Der Torbogen mit den beiden Seitenflügeln ist der Rest des barocken Frauenhofs, der 1761-81 errichtet worden war. Damals nicht als Frauenhof, sondern als Baumwollfabrik. Frauenhof hieß er erst, nachdem das Katharinen- und Weißfrauenstift 1841 das Anwesen erwarb. Heute sind im Frauenhof Wohnräume und eine Moschee.

Geht man die Kelsterbacher Straße weiter in westliche Richtung kommt man zur Kleinen Kirche Niederrad, die eigentlich evangelische Paul-Gerhardt-Kirche heißt. Paul Gerhardt (1607-1676) war ein bekannter Theologe und schrieb Kirchenlieder. Ein bekanntes davon ist das Sommerlied: „Geh aus, mein Herz, und suche Freud“. Die Kleine Kirche wurde 1726 aus Stein errichtet. Der Dachreiter birgt einen Glockenstuhl. Das Innere der Kirche ist so schlicht, wie man es von außen ahnt.

Ein anderer sakraler Bau unter Denkmalschutz ist die Friedhofskapelle an der Hahnstraße und an der Grenze zu Schwanheim. Die neuromanische Kapelle aus dem Jahr 1901 ist umgeben von zahlreichen denkmalgeschützten Grabstätten. Den Friedhof Niederrad gibt es hier seit 1881.

Als eine Rundwanderung führt der Grüngürtel-Rundwanderweg an Niederrad vorbei, nämlich durch den Schwanheimer Wald kommend zum Frankfurter Waldstadion, das seit 1. Juli 2005 Commerzbank-Arena heißt. Die Eröffnung des Waldstadions liegt im Jahr 1925. Seither wurde das Stadion vier Mal renoviert. Die letzte große Änderung, war mehr ein Neu- als ein Umbau, fand von 2002 bis 2005 anlässlich der Fußballweltmeisterschaft 2006 statt. Die Besonderheit des Stadions ist sein Innendach, das innerhalb von 15 bis 20 Minuten zusammengefaltet werden kann und im Videowürfel verschwindet. Das hat der Arena den Untertitel: „größtes Cabrio der Welt“ verpasst.

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