Emmelshausen

„Ganz vorn im Hunsrück“ sagt Emmelshausen über sich und spielt dabei auf die Lage im vorderen Hunsrück an. Emmelshausen ist ein junger Ort und entstand erst im 20. Jahrhundert im Zuge des Baus der Hunsrückbahn. 2010 wurden Emmelshausen die Stadtrechte verliehen.

Historische Bausubstanz ist daher in Emmelshausen Mangelware bis auf das Agrarhistorische Museum. Das ist in einem alten Hunsrücker Bauernhaus aus dem 17. Jahrhundert untergebracht und das wiederum stand nicht immer hier. Es ist ein Import und wurde vor Ort mit Hilfe von Architekturstudenten wieder aufgebaut. Im Agrarmuseum sind landwirtschaftliche Gerätschaften und Werkzeuge ausgestellt.

Stolz ist die junge Stadt auf ihr kulturelles Angebot mit dem Zentrum am Park (ZAP), wo jährlich rund 20.000 Besucher das Kulturangebot ansehen. Eine Figur im Hunsrück und besonders in Emmelshausen ist der Knochenflicker, dem man an seinem Restaurant Waldfriede ein Denkmal gesetzt hat. Der Gastwirt Peter Pies, der nach dem Bahnhof das zweite Gebäude in Emmelshausen baute, war geschickt im Knochenrichten wie schon seine Vorfahren. Im Nebenraum des Gasthauses behandelte er verrenkte und gebrochene Knochen.

Rund um Emmelshausen liegen eine Reihe kleiner Orte, die zur Verbandsgemeinde Emmelshausen zusammengeschlossen sind. Will man sich erfrischen, macht man etwa einen Ausflug ins nördlich von Emmelshausen liegende Ney. In dessen Beritt liegt der Schönecker Stahlbrunnen westlich des Ortskerns. Im Wald nahe des Preisbachs ist die 1913 erschürfte Quelle heute noch trinkbar. Das einstige Brunnenhaus steht nicht mehr.

Jenseits der Autobahn A 61 liegt Karbach, dessen Stolz die katholische Wallfahrtskirche St. Quintin westlich des Ortskerns ist. Die Kirche stammt aus dem 12. Jahrhundert, ist also im Kern mittelalterlich und wurde innen barock überformt im Jahr 1749. Der Hochaltar der Schmerzhaften Mutter Gottes stammt aus dem Jahr 1275. Der Altar mit einer Pieta ist vermutlich aus dem Minoritenkloster Oberwesel.