Ehrenstetten: Durch den Hohfirstwald zur Ölbergkapelle


Erstellt von: Tom - Wanderatlas Redaktion
Streckenlänge: 12 km
Gehzeit o. Pause: 3 Std. 5 Min.
Höhenmeter ca. ↑376m  ↓376m
Kein Wegzeichen hinterlegt

Was auf fruchtbarem sonnigem Boden wächst und Kirchhang heißt, muss irgendwie mit Promille geistreich in einer Flasche landen. Wir werden von Ehrenkirchen durch Weinlagen wandern. Von ca. 250m die ersten 4,4km bis auf 508m als Höhepunkt im Pfaffenweiler Hohfirstwald am Hohfirst. Ein Naturschutzgebiet treffen wir auch: den Ölberg Ehrenstetten.

Ehrenstetten und Ehrenkirchen werden von der Möhlin (32km) durchflossen, die bei Breisach, nordwestlich von uns, in den Rhein mündet. Sie kommt aus östlicher Richtung, bildet sich aus mehreren Hangschuttquellen nahe Schauinsland und Gießhübel. Wir starten rund 13km südlich von Freiburg im Breisgau, am Rande des Markgräflerlands, im Zentrum von Ehrenkirchen. An der Jengerstraße gruppiert sich das öffentliche Leben: Polizeiposten, Einkaufsmarkt, Kirchberghalle, Schule, Feuerwehr, Verwaltung und Schächerkapelle unter Bäumen.

Mit der Kirchbergstraße geht’s in den Wein der Oberrheinischen Tiefebene. Mit Aussichten über die Rebenlandschaft ins Tal, wandern wir über den Kirchberg, an dessen Fuße die Markgräfler Winzer Genossenschaft einen Weinkeller betreibt, als mögliche Quelle, wenn man sich die Wandererinnerung abgefüllt mitnehmen möchte.

Beim Parkplatz mit Infos bei Bellen kommen wir in den Wald zum Hochfirst und queren den Hohbannsteinweg, an dem sich eine Rastmöglichkeit bietet. Wir kommen zum Hohfirst (496m) und dann zum Hohebannstein. Der Hohebannstein sitzt am Kreuzungspunkt von fünf Gemeinden. Das alemannische Wort Bann meint eine Gemarkung.

Nördlich dem ehemaligen Kalkwerk Bollschweil biegen wir auf den Flachlandweg und von dem im spitzen Winkel nach rechts gen Süden ab. Auf dem Kuckuckspfad genießt sich der Bollschweiler Hohfirstwald. Talwärts sind wir am Schulbach angekommen, dem wir per Schulbachweg mit Wald und Wiesen folgen. Es geht durch Felder, rechterhand will der Wein am Steinberg wachsen.

Wir durchschlendern Ellighofen und kommen ins Naturschutzgebiet Ölberg Ehrenstetten, das wir in der Diagonalen durchschreiten, was auch einem Gang durch die Menschengeschichte nahekommt, mit den Steinzeithöhlen, zu denen wir Erkundungs-Abstecher machen können, wenn wir die Teufelsküche nicht scheuen.

Bei der Teufelsküche handelt es sich um mehrere Höhlen im Kalkstein. Sie sind teils natürlichen Ursprungs und wurden teils von Menschen passend geklopft. Vor gut und gerne 35.000 Jahren schlüpften hier Rentierjäger unter. Für die Haupthöhle braucht es eine Leiter. Nahebei finden sich Reste der Burg Hauenfels.

Jetzt wandern wir zu einer wunderhübschen Ansicht mit der Ölbergkapelle am südlichen Vorsprung des Ehrenstetter Ölbergs. Sie und das Markgräflerland waren auf einer Briefmarke „Deutschlands schönste Panoramen“ und die wurde zur schönsten Marke Deutschlands und Europas 2017 gewählt. Das lässt sich nachvollziehen!

Der Ölbergweg bringt uns zur neugotischen Kirche St. Georg von Ehrenstetten mit einer sehenswerten Innenraumgestaltung, die viel Platz für gute Gedanken lässt. Wir wandern ein bisschen mit der Möhlin, mal links, mal rechts, und gelangen aus der Bebauung auf das Breilwegle. Auf dem Weg zum Ausgangsort sehen wir bei Oberambringen links die Fridolinskapelle, malerisch von Feldern umgeben.

Bildnachweis: Von Taxiarchos228 [FAL] via Wikimedia Commons

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