Durch die Schönebecker Schlucht und das Winkhauser Tal (Essen)


Erstellt von: tomtom
Streckenlänge: 7 km
Gehzeit o. Pause: 1 Std. 34 Min.
Höhenmeter ca. ↑96m  ↓96m
Kein Wegzeichen hinterlegt

Im Westen von Essen, von viel Natur umgeben, liegt der beschauliche Stadtteil Schönebeck im Bereich der erhaltenswerten sogenannten Siepentäler, die sich gegen Baumaßnahmen durch Straßen und Gewerbe behaupten.

Wohlweislich wurden in den 1980er Jahren von Essen die Täler Schönebecker Schlucht, Winkhauser Tal, das zum Teil im Gebiet von Mülheim liegt, und das Kamptal als Naturschutzgebiete ausgewiesen. Wertvoll sind die schluchtartigen Kerbtäler durch ihre Quellbäche, ihre Feuchtgebiete und das Zusammenspiel von Wasser und Wald, nebst der sich dort wohl fühlenden Arten.

Start ist am S-Bahnhof Essen-Frohnhausen. Es geht gen Westen. Bei einer Grünfläche mit Teich und Spielplatz halten wir uns rechts, die Runde öffnet sich. Links geht es in die Nöggerathstraße. Nach dem Tenniscenter geht es wieder links und zum Terrassenfriedhof, den wir an dessen Nordgrenze umrunden. Auf ihm sind Kriegsgefangene und Zwangsarbeiter, die zum Zweiten Weltkrieg in Essen ums Leben kamen, begraben.

Es geht leicht aufwärts und in die Schönebecker Schlucht, die auch Schönebecker Schweiz genannt wird. Das etwas über 9ha große NSG zeigt sich mit Pfaden und Wegen, Brückchen, Bachläufen, Holz darf sich totstellen, wir sehen Pappeln und Erlen, Farne und Brombeeren. Nicht so erfreut ist man über die Pflanzen, die sich invasiv verbreiten, wie der Japanische Staudenknöterich, der als Futterpflanze im ersten Viertel des 19. Jahrhunderts aus Asien eingeführt wurde.

Wir kommen ein Stück in die Schluchtstraße und bummeln durch Schönebeck, vorbei an der St. Antonius Kirche, wo es eine Dorfwiese und einen Kinderspielplatz gibt. Das kleine Dorfzentrum markiert den höchsten Punkt unserer Runde bei ca. 97m. Wir kommen durch die Straße Brausewindhang wieder ins Grüne.

Das nächste Naturschutzgebiet ist das Winkhauser Tal, rund 19ha liegen in Essen und etwas über 10ha gehören zu Mülheim an der Ruhr. Das geschützte Gebiet, das sich um die Bachläufe spannt, ist auch bei Brutvögeln beliebt wie dem Sperber, dem Kiebitz oder Steinkauz. 

Ein Stück begleiten wir die Schienen, linkerhand liegt das Naturschutzgebiet Kamptal. Wir wechseln die Gleisseite über die Böhmerstraße, gehen an der Helmut-Rahn-Sportanlage vorbei, wo zu Zeiten des Zweiten Weltkriegs 1.500 sowjetische Kriegsgefangene inhaftiert und zu Zwangsarbeit abgestellt wurden, und gelangen zum Tunnel Grunertstraße mit einer Gedenktafel. 

Der Tunnel Grunertstraße unter der Eisenbahnstrecke war im Zweiten Weltkrieg als Kriegsgefangenenlager benutzt worden. Es erschüttert, dass in der steinerne Röhre 170 Gefangenen gehalten wurden. Wieder im Tageslicht, trennen uns nur noch einige hundert Meter vom Ausgangsort und den Schatten der Vergangenheit.

Bildnachweis: Von Thomas Schochwww.retas.de [GFDL] via Wikimedia Commons

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